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Sonstiger Sport

Begonnen von Bino, Freitag, 26 Juni 2009, 18:43:09

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Tamer Arik Ultra

soll er seine titel behalten?
soll er für viele als der radsportheld bestehen bleiben?
soll es nicht vielleicht doch für andere warnung genug sein, es kommt raus?

wenn er größe hat, dann kann er auch den mund aufmachen und sagen das er gedopt hat. jeder weiß es, nur er will es niemandem sagen...
"Die Anzeigetafel sagt: Ich habe verloren. Was sie nicht sagt, ist die Loyalität und die Großzügigkeit, die ich auf dem Platz gefühlt habe. Ich habe eine Inspiration gefunden. Ihr habt mir Eure Schulter zum Anlehnen gegeben, auch als ich ganz unten war"

Profi82

Das hatten wir doch schon mal. Nimm alle Toursieger der letzten 30 Jahre und untersuche deren Blutproben. Du wirst keinen finden, der nichts genommen hat. Die sollen doch ne so tun, als ob der Sport sauber ist. Da wird wieder gegen einen einzelnen eine Hetzkampagne betrieben.

Tamer Arik Ultra

schleck erwischt, landis erwischt, ulle erwischt, pantani erwischt, vino erwischt, rasmussen erwischt, sinkewitz erwischt, riis erwischt, contador erwischt...

alle am arsch und allen wurde eine strafe aufgebrummt, titel aberkannt etc.
alle waren dran und wurden verurteil, inkls. sperre z.b.

und armstrong soll seine siege behalten? ;)
merkste selber?
"Die Anzeigetafel sagt: Ich habe verloren. Was sie nicht sagt, ist die Loyalität und die Großzügigkeit, die ich auf dem Platz gefühlt habe. Ich habe eine Inspiration gefunden. Ihr habt mir Eure Schulter zum Anlehnen gegeben, auch als ich ganz unten war"

Bruno Borelli

Zitat von: Smash am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 09:29:12
schleck erwischt, landis erwischt, ulle erwischt, pantani erwischt, vino erwischt, rasmussen erwischt, sinkewitz erwischt, riis erwischt, contador erwischt...

alle am arsch und allen wurde eine strafe aufgebrummt, titel aberkannt etc.
alle waren dran und wurden verurteil, inkls. sperre z.b.

und armstrong soll seine siege behalten? ;)
merkste selber?

Gibt schon einen Unterschied zwischen den aufgezählten Personen und Armstrong. Die Aberkennung der Titel wurde nicht "pauschal" ausgesprochen sondern immer nur für die Veranstaltung, bei der ein Dopingvergehen nachgewiesen werden konnte. Den Nachweis für Armstrongs Vergehen gibt es praktisch nur bei einer Probe aus einem Jahr. Der Rest sind Zeugenaussagen und Annahmen (die wohl ziemlich sicher berechtigt sind, aber es sind halt nur Indizien). Die Aberkennung aller Titel ist hier eher als Sanktionierung der fehlenden "Kooperationsbereitschaft" bzw. Aussageverweigerung Armsrongs zu verstehen.
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

Profi82

Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 11:25:29
Zitat von: Smash am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 09:29:12
schleck erwischt, landis erwischt, ulle erwischt, pantani erwischt, vino erwischt, rasmussen erwischt, sinkewitz erwischt, riis erwischt, contador erwischt...

alle am arsch und allen wurde eine strafe aufgebrummt, titel aberkannt etc.
alle waren dran und wurden verurteil, inkls. sperre z.b.

und armstrong soll seine siege behalten? ;)
merkste selber?

Gibt schon einen Unterschied zwischen den aufgezählten Personen und Armstrong. Die Aberkennung der Titel wurde nicht "pauschal" ausgesprochen sondern immer nur für die Veranstaltung, bei der ein Dopingvergehen nachgewiesen werden konnte. Den Nachweis für Armstrongs Vergehen gibt es praktisch nur bei einer Probe aus einem Jahr. Der Rest sind Zeugenaussagen und Annahmen (die wohl ziemlich sicher berechtigt sind, aber es sind halt nur Indizien). Die Aberkennung aller Titel ist hier eher als Sanktionierung der fehlenden "Kooperationsbereitschaft" bzw. Aussageverweigerung Armsrongs zu verstehen.

:great: Darüber hinaus, hatte man doch jahrelang kein Interesse die Vergehen von Armstrong aufzuklären. Warum jetzt? Warum so lange nach Karriereende? Die USADA hat sich aus meiner sicht genauso (wenn vielleicht auch nur moralisch) strafbar gemacht, wie Armstrong. Sie lenken mit dieser Aktion nur von ihren eigenen Fehltritten ab. Das was dort gerade geschieht, ist für mich eine beispiellose Demontage eines großen Sportlers (mit oder ohne Dopingmittel), der mit seiner Krebserkrankung schon ganz üble Tiefen durchlaufen hat und jetzt einfach unter aller Kanone behandelt und gehetzt wird. Kann mich nicht erinnern, dass bei den aufgezählten Athleten eine ähnliche Treibjagd veranstaltet wurde.
Darüber möchte ich nicht wissen, mit welchen Drohungen und Kuhhandeln diese Zeugen zu ihren Aussagen bewegt wurden.  ::)

kuala

Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 11:25:29
Gibt schon einen Unterschied zwischen den aufgezählten Personen und Armstrong. Die Aberkennung der Titel wurde nicht "pauschal" ausgesprochen sondern immer nur für die Veranstaltung, bei der ein Dopingvergehen nachgewiesen werden konnte. Den Nachweis für Armstrongs Vergehen gibt es praktisch nur bei einer Probe aus einem Jahr. Der Rest sind Zeugenaussagen und Annahmen (die wohl ziemlich sicher berechtigt sind, aber es sind halt nur Indizien). Die Aberkennung aller Titel ist hier eher als Sanktionierung der fehlenden "Kooperationsbereitschaft" bzw. Aussageverweigerung Armsrongs zu verstehen.

Woher weißt du das? Wenn es Zeugenaussagen gibt, bei denen die Zeugen die Einnahme von Doping bei bestimmten Veranstaltungen bestätigt haben, liegt ein Beweis vor, auch ohne positive Probe. Und wenn tatsächlich die Beweislage so erdrückend ist, wie von der Usada mitgeteilt, dann gehört der Armstrong aber mal sowas von bestraft, da spielt es auch keine Rolle, ob alle anderen auch gedopt haben. Kann einen Dieb auch nicht freisprechen, nur weil andere bisher unbestraft davon gekommen sind. Willkommen in der wirklichen Welt, Herr Amstrong.

Tamer Arik Ultra

Zitat von: kuala am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 11:51:52
Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 11:25:29
Gibt schon einen Unterschied zwischen den aufgezählten Personen und Armstrong. Die Aberkennung der Titel wurde nicht "pauschal" ausgesprochen sondern immer nur für die Veranstaltung, bei der ein Dopingvergehen nachgewiesen werden konnte. Den Nachweis für Armstrongs Vergehen gibt es praktisch nur bei einer Probe aus einem Jahr. Der Rest sind Zeugenaussagen und Annahmen (die wohl ziemlich sicher berechtigt sind, aber es sind halt nur Indizien). Die Aberkennung aller Titel ist hier eher als Sanktionierung der fehlenden "Kooperationsbereitschaft" bzw. Aussageverweigerung Armsrongs zu verstehen.

Woher weißt du das? Wenn es Zeugenaussagen gibt, bei denen die Zeugen die Einnahme von Doping bei bestimmten Veranstaltungen bestätigt haben, liegt ein Beweis vor, auch ohne positive Probe. Und wenn tatsächlich die Beweislage so erdrückend ist, wie von der Usada mitgeteilt, dann gehört der Armstrong aber mal sowas von bestraft, da spielt es auch keine Rolle, ob alle anderen auch gedopt haben. Kann einen Dieb auch nicht freisprechen, nur weil andere bisher unbestraft davon gekommen sind. Willkommen in der wirklichen Welt, Herr Amstrong.

:great:
"Die Anzeigetafel sagt: Ich habe verloren. Was sie nicht sagt, ist die Loyalität und die Großzügigkeit, die ich auf dem Platz gefühlt habe. Ich habe eine Inspiration gefunden. Ihr habt mir Eure Schulter zum Anlehnen gegeben, auch als ich ganz unten war"

Profi82

Zitat von: kuala am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 11:51:52
Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 11:25:29
Gibt schon einen Unterschied zwischen den aufgezählten Personen und Armstrong. Die Aberkennung der Titel wurde nicht "pauschal" ausgesprochen sondern immer nur für die Veranstaltung, bei der ein Dopingvergehen nachgewiesen werden konnte. Den Nachweis für Armstrongs Vergehen gibt es praktisch nur bei einer Probe aus einem Jahr. Der Rest sind Zeugenaussagen und Annahmen (die wohl ziemlich sicher berechtigt sind, aber es sind halt nur Indizien). Die Aberkennung aller Titel ist hier eher als Sanktionierung der fehlenden "Kooperationsbereitschaft" bzw. Aussageverweigerung Armsrongs zu verstehen.

Woher weißt du das? Wenn es Zeugenaussagen gibt, bei denen die Zeugen die Einnahme von Doping bei bestimmten Veranstaltungen bestätigt haben, liegt ein Beweis vor, auch ohne positive Probe. Und wenn tatsächlich die Beweislage so erdrückend ist, wie von der Usada mitgeteilt, dann gehört der Armstrong aber mal sowas von bestraft, da spielt es auch keine Rolle, ob alle anderen auch gedopt haben. Kann einen Dieb auch nicht freisprechen, nur weil andere bisher unbestraft davon gekommen sind. Willkommen in der wirklichen Welt, Herr Amstrong.

Ach hör doch auf! Du setzt Doping doch wohl nicht mit nem Raubüberfall gleich?  ::) Dabei handelt es sich immer noch nur um Sport. Vielleicht seh ich das ein wenig unkompliziert, aber mich hebt es ehrlich gesagt relativ wenig an, wenn einer des Dopings überführt wird. Allerdings hebt es mich schon an, wenn ich höre, dass bspw. in Jena eine Frau einen epileptischen Anfall hat, auf offener Straße ohnmächtig wird und dann noch ausgeraubt wird. Und wenn es dann noch in einem Sport ist, der zu 85% eh nicht sauber ist.  :noahnung: Was mich an dem Fall stört ist, dass nur über ihn gesprochen wird. Kein andere Dopingsünder wird so verteufelt, wie Armstrong. Kann ich nicht nachvollziehen.  :noahnung:

kuala

#1163
Naja, die Argumentation ist doch aber nun Käse. Wenn dich Doping nicht die Bohne juckt weil es kein Kapitaldelikt ist, dann ist das doch dein gutes Recht. Doch hier sind wir bei der Frage der Legalisierung. Noch ist Doping aber verboten und wer überführt ist, muss nach den Regeln entsprechend dafür bestraft werden. Eine Beleidigung ist auch kein Mord, dennoch steht beides unter Strafe. Da der Unrechtsgehalt jedoch ein ganz anderer ist, ist natürlich auch die Strafhöhe unterschiedlich. Nicht anderes siehts beim Doping aus. Mag der Unrechtsgehalt niedrig sein, weil es alle getan haben, so what, Amstrong kommt ja auch nicht hinter Gittern. Ja er darf sogar noch die ganze Kohle behalten, die er durch sein Fehlverhalten verdient hat. Womit wir gleich bei deinem weiteren Problem sind: Warum steht Amstrong jetzt so am Pranger? Vielleicht weil es nur die Schattenseite von seinem Profit ist? Er war die Lichtgestalt im Zirkus, er hat wie kein anderer profitiert. Ulle hat auch gut profitiert, er hat aber auch ähnlich aufn Sack bekommen mit den Ermittlungen gegen ihn. Armstrong ist darüberhinaus doch auch selbst dafür verantwortlich. Wer nicht kooperiert und vehement das leugnet, was alle wissen, erhält eben auch kein Straferlass oder Vergünstigungen wie Hincapie, Landis etc. Aber auch diese Deals sind doch nicht ungewöhnlich, die gibts in unserem liberalen Strafsystem doch auch zur Genüge. In den USA sind diese Deals noch weit ausgeprägter. Und somit muss man auch hier sagen: Willkommen im wirklichen Leben Lance Amstrong.

Ich kann auch nicht die Argumentation nachvollziehen, nach der die USADA lange untätig geblieben ist. Dafür mögen die damals Verantwortlichen auch nen Rüffel verdient haben, aber ich kann doch dann nicht sagen, dass die USADA dann bitte auch weiter untätig bleiben soll.

Und nochmal zur Klarstellung: Ich sehe es ganz pragmatisch. Für mich ist Doping verboten, weshalb alle die entprechend bestraft gehören, die des Dopings überführt werden. Mag er Amstrong, Ullrich oder Abduschaparow  :buck: heißen.

HobbesTheOne 99

Smash hat zwar eine nette Liste mit erwischten Tätern aufgemacht, aber wer von denen hat sich denn hingestellt und gesagt: "Ja, ich habe gedopt und ja, es war ein Fehler"? Genau, kannste vergessen. Die einen haben eine schöne Ausrede erfunden, die anderen gar nix diesbezüglich gesagt. Armstrong machts genauso. Titel wurden auch nicht einfach aberkannt, das ist nicht ganz richtig, Titel wurden doch nur aberkannt, wenn eine Probe für den Zeitraum positiv war (bzw ein Rennen danach stattfand, wo er theoretisch schon gar nicht mehr hätte starten dürfen) oder aber ein Geständnis abgelegt wurde, oder? Hier liegt vielleicht ein oder DER Grund, warum Armstrong kein Geständnis ablegt.

Für wann kann man ihm Doping nachweisen? Die Probe war von einem Jahr, aber das ist ja glaube sogar schon verjährt. Und die Aussagen seiner Teamkollegen reichen eben nur dann aus, wenn sie gesehen haben, dass Armstrong gedopt hat. Es reicht doch nicht, wenn sie sagen "das lief bei uns im Team so und so ab...es war kein Problem ranzukommen...alle haben es gewusst". Das wären dann nur Mutmaßungen, Indizien, aber ob damit eine Verurteilung rechtssicher möglich ist? Theoretisch könnte genau der eine Fahrer, der jetzt belastet wird, ja der sein, der von allem wusste, aber eben nicht mitgemacht hat. Glaube ich zwar nicht, aber das spielt nicht die Rolle. Ich kenne die genauen Zeugenaussagen nicht, kann also durchaus sein, sie haben ihn dabei gesehen, saßen neben ihm,...keine Ahnung. Aber rechtlich betrachtet müssen halt auch bei der Geschichte Beweise her und zunächst die Unschuldsvermutung gelten. Ehrlich gesagt, glaubt doch keiner an einen sauberen Spitzenradsport. Ich verabscheue Doping, aber es gibt mMn weit größere Verbrechen, auf die man sich stürzen könnte und sollte.

An Armstrong halte ich zumindest einen positiven Aspekt fest: sein Engagement für die Krebsstiftung ist eine gute Sache und er sammelt dort nicht gerade wenig Geld für einen guten Zweck. Das ist das, was für mich von ihm bleibt. Die sportlichen Erfolge sind alle relativ.
"Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen."
Walter Scheel

Bruno Borelli

Zitat von: HobbesTheOne 99 am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 14:01:55
Smash hat zwar eine nette Liste mit erwischten Tätern aufgemacht, aber wer von denen hat sich denn hingestellt und gesagt: "Ja, ich habe gedopt und ja, es war ein Fehler"? Genau, kannste vergessen. Die einen haben eine schöne Ausrede erfunden, die anderen gar nix diesbezüglich gesagt. Armstrong machts genauso. Titel wurden auch nicht einfach aberkannt, das ist nicht ganz richtig, Titel wurden doch nur aberkannt, wenn eine Probe für den Zeitraum positiv war (bzw ein Rennen danach stattfand, wo er theoretisch schon gar nicht mehr hätte starten dürfen) oder aber ein Geständnis abgelegt wurde, oder? Hier liegt vielleicht ein oder DER Grund, warum Armstrong kein Geständnis ablegt.

Für wann kann man ihm Doping nachweisen? Die Probe war von einem Jahr, aber das ist ja glaube sogar schon verjährt. Und die Aussagen seiner Teamkollegen reichen eben nur dann aus, wenn sie gesehen haben, dass Armstrong gedopt hat. Es reicht doch nicht, wenn sie sagen "das lief bei uns im Team so und so ab...es war kein Problem ranzukommen...alle haben es gewusst". Das wären dann nur Mutmaßungen, Indizien, aber ob damit eine Verurteilung rechtssicher möglich ist? Theoretisch könnte genau der eine Fahrer, der jetzt belastet wird, ja der sein, der von allem wusste, aber eben nicht mitgemacht hat. Glaube ich zwar nicht, aber das spielt nicht die Rolle. Ich kenne die genauen Zeugenaussagen nicht, kann also durchaus sein, sie haben ihn dabei gesehen, saßen neben ihm,...keine Ahnung. Aber rechtlich betrachtet müssen halt auch bei der Geschichte Beweise her und zunächst die Unschuldsvermutung gelten. Ehrlich gesagt, glaubt doch keiner an einen sauberen Spitzenradsport. Ich verabscheue Doping, aber es gibt mMn weit größere Verbrechen, auf die man sich stürzen könnte und sollte.

An Armstrong halte ich zumindest einen positiven Aspekt fest: sein Engagement für die Krebsstiftung ist eine gute Sache und er sammelt dort nicht gerade wenig Geld für einen guten Zweck. Das ist das, was für mich von ihm bleibt. Die sportlichen Erfolge sind alle relativ.

:great:  Das sind für mich die Kernpunkte und die sehe ich genauso. Der "Typ Armstrong" ist eh Geschmackssache.

Die meisten Eurer Einschätzungen und Wertungen (Smash, Kuala) teile ich ebenso. Den moralischen Umgang in der Sache und auch die Ansicht, dass man keinen überführten Dopingsünder "mildernde Umstände" gewähren sollte, weil sich ja inzwischen der Eindruck druchsetzt, dass so ziemlich alle die letzten Jahrzehnte betrogen haben. Aber eben letzters ist in meinen Augen auch genau der Grund, welshalb eine Titelaberkennung im Gießkannenprinzip nicht machbar ist.
Weiterhin muss man unterscheiden zwischen einer Zeugenaussage und einem Beweis. Ein Beweis ist eine objektive Erkenntnis, eine Zeugenaussage nicht. Eine Zeugenaussage ist juristisch (meines Wissens  ??? ) nicht mit einem Beweis
gleichzusetzen. Gerade bei der Art der vorhandenen Zeugen: ALLES selbst überführte ehemalige Dopingsünder. Vor einem ordentlichen Gericht (Zivil- oder Strafprozess) gebe es erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen. Daher sind das eher Indizin. Beweise wären Blut-, Urinproben, angefertigte Protokolle ...

Keine Frage, es kann auch eine Verurteilung aufgrund von Indizien geben, wenn diese für den Angeklagten sehr erdrückend sind. Aber m.E. reichen dazu die eine vorhandene Urinprobe und die Aussagen einiger Ex-Profis nicht aus.
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

heizer

Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 14:58:57
Zitat von: HobbesTheOne 99 am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 14:01:55
Smash hat zwar eine nette Liste mit erwischten Tätern aufgemacht, aber wer von denen hat sich denn hingestellt und gesagt: "Ja, ich habe gedopt und ja, es war ein Fehler"? Genau, kannste vergessen. Die einen haben eine schöne Ausrede erfunden, die anderen gar nix diesbezüglich gesagt. Armstrong machts genauso. Titel wurden auch nicht einfach aberkannt, das ist nicht ganz richtig, Titel wurden doch nur aberkannt, wenn eine Probe für den Zeitraum positiv war (bzw ein Rennen danach stattfand, wo er theoretisch schon gar nicht mehr hätte starten dürfen) oder aber ein Geständnis abgelegt wurde, oder? Hier liegt vielleicht ein oder DER Grund, warum Armstrong kein Geständnis ablegt.

Für wann kann man ihm Doping nachweisen? Die Probe war von einem Jahr, aber das ist ja glaube sogar schon verjährt. Und die Aussagen seiner Teamkollegen reichen eben nur dann aus, wenn sie gesehen haben, dass Armstrong gedopt hat. Es reicht doch nicht, wenn sie sagen "das lief bei uns im Team so und so ab...es war kein Problem ranzukommen...alle haben es gewusst". Das wären dann nur Mutmaßungen, Indizien, aber ob damit eine Verurteilung rechtssicher möglich ist? Theoretisch könnte genau der eine Fahrer, der jetzt belastet wird, ja der sein, der von allem wusste, aber eben nicht mitgemacht hat. Glaube ich zwar nicht, aber das spielt nicht die Rolle. Ich kenne die genauen Zeugenaussagen nicht, kann also durchaus sein, sie haben ihn dabei gesehen, saßen neben ihm,...keine Ahnung. Aber rechtlich betrachtet müssen halt auch bei der Geschichte Beweise her und zunächst die Unschuldsvermutung gelten. Ehrlich gesagt, glaubt doch keiner an einen sauberen Spitzenradsport. Ich verabscheue Doping, aber es gibt mMn weit größere Verbrechen, auf die man sich stürzen könnte und sollte.

An Armstrong halte ich zumindest einen positiven Aspekt fest: sein Engagement für die Krebsstiftung ist eine gute Sache und er sammelt dort nicht gerade wenig Geld für einen guten Zweck. Das ist das, was für mich von ihm bleibt. Die sportlichen Erfolge sind alle relativ.

:great:  Das sind für mich die Kernpunkte und die sehe ich genauso. Der "Typ Armstrong" ist eh Geschmackssache.

Die meisten Eurer Einschätzungen und Wertungen (Smash, Kuala) teile ich ebenso. Den moralischen Umgang in der Sache und auch die Ansicht, dass man keinen überführten Dopingsünder "mildernde Umstände" gewähren sollte, weil sich ja inzwischen der Eindruck druchsetzt, dass so ziemlich alle die letzten Jahrzehnte betrogen haben. Aber eben letzters ist in meinen Augen auch genau der Grund, welshalb eine Titelaberkennung im Gießkannenprinzip nicht machbar ist.
Weiterhin muss man unterscheiden zwischen einer Zeugenaussage und einem Beweis. Ein Beweis ist eine objektive Erkenntnis, eine Zeugenaussage nicht. Eine Zeugenaussage ist juristisch (meines Wissens  ??? ) nicht mit einem Beweis
gleichzusetzen. Gerade bei der Art der vorhandenen Zeugen: ALLES selbst überführte ehemalige Dopingsünder. Vor einem ordentlichen Gericht (Zivil- oder Strafprozess) gebe es erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen. Daher sind das eher Indizin. Beweise wären Blut-, Urinproben, angefertigte Protokolle ...

Keine Frage, es kann auch eine Verurteilung aufgrund von Indizien geben, wenn diese für den Angeklagten sehr erdrückend sind. Aber m.E. reichen dazu die eine vorhandene Urinprobe und die Aussagen einiger Ex-Profis nicht aus.

http://de.eurosport.yahoo.com/blogs/andreas-schulz/anschnallen-blut-betrug-schumi-110300951.html

George Hincapie ist nie erwischt worden 8) und war wohl so nah wie kaum ein zweiter dran an Armstrong.
Das System Armstrong ist mit der größte Fake der Sportgeschichte. Von den "Toten" auferstanden kommt er Messias gleich und fährt alle in Grund und Boden die selber gut medizinisch "eingestellt" sind. Und alle die Zweifel hegen werden von ihm selbst gemobbt oder von seinen Anwälten mit Klagen überzogen. 

der Heizer

Bruno Borelli

Zitat

....
http://de.eurosport.yahoo.com/blogs/andreas-schulz/anschnallen-blut-betrug-schumi-110300951.html
....


Wenn dem so ist, dass Gesprächsmitschnitte, Emails, Protokolle eines längeren Zeitraumes vorliegen und diese auch "Echtheit" versprechen, dann sieht der Fall natürlich anders aus. In dem Fall wäre eine Aberkennung aller Titel m.E. nachvollziehbar und richtig.
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

heizer

Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag, 11 Oktober 2012, 15:52:21
Zitat

....
http://de.eurosport.yahoo.com/blogs/andreas-schulz/anschnallen-blut-betrug-schumi-110300951.html
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Wenn dem so ist, dass Gesprächsmitschnitte, Emails, Protokolle eines längeren Zeitraumes vorliegen und diese auch "Echtheit" versprechen, dann sieht der Fall natürlich anders aus. In dem Fall wäre eine Aberkennung aller Titel m.E. nachvollziehbar und richtig.

Falls Schlafstörungen vorhanden sind:

http://cyclinginvestigation.usada.org/

Im dritten Tab sind über 1000 Seiten PDF zum lesen.

Viel "Spass"

Bruno Borelli

vom Artikel auf Sport1.de:
http://www.sport1.de/de/radsport/artikel_623151.html

Zitat

Unterdessen haben auch der frühere US-Profi George Hincapie und weitere ehemalige Weggefährten Armstrongs die Einnahme leistungssteigernder Mittel öffentlich gestanden.
"Wegen meiner Liebe zu diesem Sport fällt es mir unheimlich schwer, zugeben zu müssen, dass ich während eines Teils meiner Karriere verbotene Substanzen eingenommen habe", hieß es am Mittwoch in einer Erklärung Hincapies.
An der Seite von Armstrong war der 39-Jährige lange Zeit für das Team US Postal gefahren und gehört zu den Zeugen, auf die sich die Agentur in ihrer Urteilsbegründung beruft.
Hincapie, mit 17 Tour-de-France-Teilnahmen alleiniger Rekordhalter beim wichtigsten Radrennen der Welt, hatte im Juni angekündigt, nach der Saison seine Karriere beenden zu wollen.
Hincapie: Ohne Hilfsmittel nicht in der Spitze
Zu Beginn seiner professionellen Laufbahn sei Hincapie zudem klar geworden, dass er ohne diese Mittel nicht mit der Spitze hat mithalten können.
Seit sechs Jahren habe er den eigenen Angaben zufolge keine verbotenen Substanzen mehr zu sich genommen.
"Glücklicherweise ist diese Sache in unserem Sport heute kein Thema mehr und die jungen Fahrer stehen nicht vor solch einer schweren Entscheidung", schrieb Hincapie abschließend.

Schade, dass dieser Schritt eben auch erst nach Beendigung der Karriere erfolgte.  ::) :noahnung:

Was nun mit Hincapie? Müsste eigentlich auch raus aus allen Tour-Listen. Etappensiege streichen?
Ergebnisse des gesamten US-Postal Teams ebenso streichen?
Irgendwie ist das alles gar nicht darzustellen. Traurig.  :-\ :-[
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."