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Politik-Diskussions Thread

Begonnen von vitaminbonbon, Sonntag, 18 November 2007, 23:12:07

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vitaminbonbon

Zitat von: Sonic am Montag, 28 März 2011, 17:21:26
Zitat von: vitaminbonbon am Montag, 28 März 2011, 14:11:01
Und aus meiner Sicht war/ist es ein guter Tag, auch für die SPD, gewesen. Warum?
Weil - bei aller Unwägbarkeit, was tatsächlich in BaWü unter Grün/rot passieren wird, eine scheinbar uneinnehmbare Festung, wie eben das absolut konservative BaWü tatsächlich wechseln wird. Hätte ich, bei allem Optimismus, nicht geglaubt.

Und genau das ist das Problem der SPD - die freuen sich, wenn die CDU verliert. Ob man dann selbst gut oder schlecht abgeschnitten hat, steht erst an zweiter Stelle. Ich frag' mich dann immer: Ist es Saisonziel von Mannschaft A Meister zu werden oder reicht es denen, wenn Mannschaft B nicht Meister wird (man setze ein für A: Real Madrid, AC Mailand, Chelsea FC, ... und für B: FC Barcelona, Inter Mailand, ManUnited, ...)?

Eins haben die drei Landtagswahlen der letzten Wochen gezeigt: es gibt in der Bundesrepublik nur noch eine Volkspartei. ;)

Na Gott sei Dank ist das bei der einzig verbliebenen, großen, erfolgreichen Volkspartei gaaaaanz, gaaanz anders.

Ich entschuldige mich in aller Form für meine völlig falsche, unerklärliche Gefühlslage. Sicher wäre ein Rücktritt von Beck, Schmid, Nahles, Gabriel, Steinmeier die einzig angemessene Reaktion auf das absolute Wahldebakel gewesen.

;D
Wenn du redest, dann muss deine Rede besser sein, als dein Schweigen gewesen wäre.
(arabisches Sprichwort)

Bruno Borelli

#2746
Zitat von: vitaminbonbon am Montag, 28 März 2011, 20:04:14
Zitat von: Sonic am Montag, 28 März 2011, 17:21:26
Zitat von: vitaminbonbon am Montag, 28 März 2011, 14:11:01
Und aus meiner Sicht war/ist es ein guter Tag, auch für die SPD, gewesen. Warum?
Weil - bei aller Unwägbarkeit, was tatsächlich in BaWü unter Grün/rot passieren wird, eine scheinbar uneinnehmbare Festung, wie eben das absolut konservative BaWü tatsächlich wechseln wird. Hätte ich, bei allem Optimismus, nicht geglaubt.

Und genau das ist das Problem der SPD - die freuen sich, wenn die CDU verliert. Ob man dann selbst gut oder schlecht abgeschnitten hat, steht erst an zweiter Stelle. Ich frag' mich dann immer: Ist es Saisonziel von Mannschaft A Meister zu werden oder reicht es denen, wenn Mannschaft B nicht Meister wird (man setze ein für A: Real Madrid, AC Mailand, Chelsea FC, ... und für B: FC Barcelona, Inter Mailand, ManUnited, ...)?

Eins haben die drei Landtagswahlen der letzten Wochen gezeigt: es gibt in der Bundesrepublik nur noch eine Volkspartei. ;)

Na Gott sei Dank ist das bei der einzig verbliebenen, großen, erfolgreichen Volkspartei gaaaaanz, gaaanz anders.

Ich entschuldige mich in aller Form für meine völlig falsche, unerklärliche Gefühlslage. Sicher wäre ein Rücktritt von Beck, Schmid, Nahles, Gabriel, Steinmeier die einzig angemessene Reaktion auf das absolute Wahldebakel gewesen.

;D

Ein Rücktritt von Frau Nahles wäre in jedem Fall eine - schon seit Jahren - überfällige und angemessene Reaktion gewesen!

;D

Aber das ist eben wie bei "meinen Grünen" mit der Claudia Roth, die Nahles kaufst du halt mit wenn du das Kreuz bei der SPD setzt.  :-X ;) 

Zitat von: Sonic am Montag, 28 März 2011, 17:21:26
Zitat von: vitaminbonbon am Montag, 28 März 2011, 14:11:01
Und aus meiner Sicht war/ist es ein guter Tag, auch für die SPD, gewesen. Warum?
Weil - bei aller Unwägbarkeit, was tatsächlich in BaWü unter Grün/rot passieren wird, eine scheinbar uneinnehmbare Festung, wie eben das absolut konservative BaWü tatsächlich wechseln wird. Hätte ich, bei allem Optimismus, nicht geglaubt.

Und genau das ist das Problem der SPD - die freuen sich, wenn die CDU verliert. Ob man dann selbst gut oder schlecht abgeschnitten hat, steht erst an zweiter Stelle. Ich frag' mich dann immer: Ist es Saisonziel von Mannschaft A Meister zu werden oder reicht es denen, wenn Mannschaft B nicht Meister wird (man setze ein für A: Real Madrid, AC Mailand, Chelsea FC, ... und für B: FC Barcelona, Inter Mailand, ManUnited, ...)?

Eins haben die drei Landtagswahlen der letzten Wochen gezeigt: es gibt in der Bundesrepublik nur noch eine Volkspartei. ;)

Zur einzigen wahren Volkspartei, der CDU, noch paar Worte: Wie viel % braucht man denn um Volkspartei zu sein?  ??? ??? ??? ???  Reichen schon 19 oder 22 %?  ??? ???
Gehören die Hamburger und/oder Brandenburger nicht zum Volk?  :o   ??? ???  Bin gespannt, wie die letzte Volkspartei bald in Berlin abschneiden wird.  :lol: :buck:  Das Moratorium wird ja dann schon beendet sein, vielleicht reicht es in Berlin dann wieder zu 20%.  :buck:
Wenn es aber ganz dumm läuft, könnte die Volkspartei in Berlin in der Beliebtheitsskala auf Platz 5 rangieren, noch hinter der Linkspartei und den Sonstigen (zur Zeit bei 12 %....5 %Punkte hinter der CDU bei aktuellen Umfragen). Um die FDP hinter sich zu lassen, wirds aber sicher reichen, da droht keine Gefahr!   :lol:
Aber gut, hab ganz vergessen, die Berliner sind ja auch zu 90 % Ausländer und damit kein Volk.  :noahnung: ;)



"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

kuala

Zitat von: Steffen 99 am Montag, 28 März 2011, 13:12:14
Dann kommt auch noch dazu, dass Deutschland natürlich auch noch Stromexportweltmeister ist. Wir produzieren ca. 20% unseres Stroms in AKW und exportieren 7% des erzeugten Gesamtstroms ins Ausland. Die angebliche Versorgungslücke (wohlgemerkt ab 2022) können sich die Ernergieversorger gern sonstwo hinstecken ;D . Wir könnten also auch jetzt schon locker die knappe Hälfte unserer AKW abschalten ohne das es eine Versorgungslücke gäbe.

Ich weiß ja nicht, woher du die Zahlen hast bzw. von wann diese sind. Allerdings ist dies ein gern genutztes Ammenmärchen mancher Atomkraftgegner.

Im Jahr 2010 hat Deutschland 9,5% des Stroms exportiert, aber auch 6,8% importiert. Es wurde also gerade mal ein Überschuss von 2,7% erzielt. 22,6% des gesamt erzeugten Stroms stammt aus Kernenergie. Würden knapp die Hälfte der AKW abgeschaltet werden, müsste man schon mehr als 50% mehr importieren als bisher bei Beibehaltung der Exportmenge. Aber selbst diese Milchmädchenrechnung verbietet sich eigentlich. Denn wir exportieren hauptsächlich dann, wenn durch die erneuerbaren Energieträger ein Überschuss produziert wird, weil es eben die Einspeiseverpflichtung gibt. Die AKW stellen allerdings fast die Hälfte der benötigten Grundlast dar. Für die Grundlast eignen sich aber von den erneuerbaren Energieträgern hauptsächlich Wasserkraftwerke, da es eben nicht ständig windet oder Sonne scheint und die Energiespeicherung noch in den Kinderschuhen steckt. Im Ergebnis würde ein Abschalten aller AKW in naher Zukunft selbst bei optimistischstem Ausbau der erneuerbaren Energieträger zu einem deutlich erhöhtem Import führen, allein um eben gerade die Grundlast zu decken.  ;)

Das nur zur Info. Bin kein strikter Befürworter der Kernkraft, halte aber so manche Forderung der Atomkraftgegner für die sofortige Abschaltung aller AKW für doch etwas überzogen, bzw. einen "geordneten" Rückzug für sinnvoller.  :)


HobbesTheOne 99

@Bruno: Ändert aber nix an der Sache mit der einzigen Volkspartei, je nachdem wie man diesen Begriff für sich selbst nun definieren will. Bei manchen gibt es gar keine Volkspartei mehr. Die SPD ist aber sicher keine mehr, derzeit. Wo sie von der Stimmung gegen das schwarz-gelbe Lager profitieren könnte, genau da haben sich die Grünen schon aufgestellt und sind die "echte/wahre" Alternative, darum gehen die Stimmen dorthin und nicht zu den Roten.

Im übrigen war dein 1-2 Seiten weiter vorn gezogener Ansatz zu RP als eigentlicher konservativer Hochburg nicht so wirklich richtig, zumindest für die letzten Jahre mal überhaupt nicht. Früher war das natürlich mal, aber früher war auch die SPD mal ganz stark in Sachsen, frag mal wo sie heute steht.

Danke Kuala für die Ausführung, kann ich mir die Erklärung mit der Grund- und Spitzenlast sparen. Mit den reinen Prozenten an der Stromerzeugung ist eben nicht alles erklärt. Unsere AKWs sind nunmal die wichtigen Grundlastträger, dafür taugen die erneuerbaren Energien (noch) nicht. Im übrigen frage ich mich auch, wer denn diese ganzen Windparks haben will? Schon jetzt jammern alle über diese Verschandelung der Umwelt, stören Vogelflugrouten usw usw. Und wo soll die ganze Energie gespeichert werden? Das ist doch ein wichtiges und noch nicht gelöstes bzw beantwortetes Problem. Wir könnten zwar tagsüber unsere überschüssige Energie nach Norwegen schicken und dort Pumpspeicherwerke antreiben, nachts oder zu windarmen Zeiten kriegen wir sie zurück. Aber dieses Stromnetz existiert so noch gar nicht, der Ausbau müsste auch erstmal kommen. Genau wie der von Norddeutschland nach Süddeutschland. Beides nicht unbedingt Themen, die die Grünen bisher mit Wohlwollen gesehen haben, auch dort müsste also ein Umdenken stattfinden. Wer A sagt, muss auch B sagen.

Der oftmals genannte Plan mit der CO2-Speicherung im Boden und damit ein vermehrter Einsatz von Öl-/Kohle-/Gaskraftwerken kann eigentlich auch keine Alternative sein oder wissen wir um die langfristigen Folgen für die Umwelt? Ist auch ungewiss.
"Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen."
Walter Scheel

Walter Frosch 99

#2749
Zitat von: kuala am Montag, 28 März 2011, 23:23:05
Zitat von: Steffen 99 am Montag, 28 März 2011, 13:12:14
Dann kommt auch noch dazu, dass Deutschland natürlich auch noch Stromexportweltmeister ist. Wir produzieren ca. 20% unseres Stroms in AKW und exportieren 7% des erzeugten Gesamtstroms ins Ausland. Die angebliche Versorgungslücke (wohlgemerkt ab 2022) können sich die Ernergieversorger gern sonstwo hinstecken ;D . Wir könnten also auch jetzt schon locker die knappe Hälfte unserer AKW abschalten ohne das es eine Versorgungslücke gäbe.

Ich weiß ja nicht, woher du die Zahlen hast bzw. von wann diese sind. Allerdings ist dies ein gern genutztes Ammenmärchen mancher Atomkraftgegner.

z.B. von hier...

http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/stromexportweltmeister-deutschland/

Das sind zwar nur die Zahlen aus einem Quartal in 2010, aber ich gehe mal davon aus, dass das schon einigermaßen repräsentativ ist. Diese Zahlen wohlgemerkt trotz 2 AKW die in diesem Zeitraum abgeschaltet waren und wir hier von einem Winterquartal sprechen wo der Stromverbrauch vermutlich höher liegt...

Vielleicht sind Deine Zahlen da genauer und vielleicht argumentiert ja jeder gern mit Quellen die ihm besser gefallen. Du stellst ja auch dar, dass die AKW "fast die Hälfte" der Grundlast tragen obwohl Du weißt das es eigentlich nicht ganz stimmt ;) . Kohle und Erdgas haben alleine einen Anteil im Strommix von 56%....rechnet man noch Öl, Wasserkraft etc. zur Grundlast, dann liegen wir irgendwo bei 65%.

22% : 65% ? also bei mir ist das nicht "fast die Hälfte".....das "Ammenmärchen" geb ich gern zurück :)
"Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Hans Sarpei."

"Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft oder in der Weltauswahl."

"Geil, endlich Sommer...da kann ich jetzt in Shorts vorm Computer sitzen" ;D

kuala

Zitat von: Steffen 99 am Dienstag, 29 März 2011, 06:53:00
z.B. von hier...

http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/stromexportweltmeister-deutschland/

Das sind zwar nur die Zahlen aus einem Quartal in 2010, aber ich gehe mal davon aus, dass das schon einigermaßen repräsentativ ist. Diese Zahlen wohlgemerkt trotz 2 AKW die in diesem Zeitraum abgeschaltet waren und wir hier von einem Winterquartal sprechen wo der Stromverbrauch vermutlich höher liegt...

Ok, die taz hat ihre Zahlen von der gleichen Quelle, von der ich sie habe - Arbeitsgemeinschaft Energiebilanz. Also mag das fürs erste Quartal gelten. Aufs Jahr bezogen sieht das schon ganz anders aus.

Zitat
Vielleicht sind Deine Zahlen da genauer und vielleicht argumentiert ja jeder gern mit Quellen die ihm besser gefallen. Du stellst ja auch dar, dass die AKW "fast die Hälfte" der Grundlast tragen obwohl Du weißt das es eigentlich nicht ganz stimmt ;) . Kohle und Erdgas haben alleine einen Anteil im Strommix von 56%....rechnet man noch Öl, Wasserkraft etc. zur Grundlast, dann liegen wir irgendwo bei 65%.

22% : 65% ? also bei mir ist das nicht "fast die Hälfte".....das "Ammenmärchen" geb ich gern zurück :)

Ähmm, ich habe von Grundlast gesprochen. Nicht vom Energiemix. ::) Der ist mir bekannt. Für die Grundlast sorgen aber eben nur Braunkohle, Kernenergie und Wasserkraft. Und da beträgt der Anteil der Kernkraft 46% (im Jahr 2010).  ;) :-*

Walter Frosch 99

Zitat von: HobbesTheOne 99 am Montag, 28 März 2011, 23:39:07
Danke Kuala für die Ausführung, kann ich mir die Erklärung mit der Grund- und Spitzenlast sparen. Mit den reinen Prozenten an der Stromerzeugung ist eben nicht alles erklärt. Unsere AKWs sind nunmal die wichtigen Grundlastträger, dafür taugen die erneuerbaren Energien (noch) nicht. Im übrigen frage ich mich auch, wer denn diese ganzen Windparks haben will? Schon jetzt jammern alle über diese Verschandelung der Umwelt, stören Vogelflugrouten usw usw.

Geb ich Dir vollkommen recht. Im Gegensatz zu vielen anderen die die Atomenergie als Brückentechnologie sehen, sehe ich die regenerativen Energien (zumindest den größten Teil davon) als Brückentechnologie für die nächsten 50-100 Jahre. Energie ist in unvorstellbarem Maße vorhanden, ich habe keinen Zweifel daran, dass diese durch zukünftige Generationen nutzbar gemacht wird. Kernfusion ist da nur ein Anfang...

So ein Windrad kann ich irgendwann wieder abbauen, Radioaktiv verseuchte Flächen hingegen nicht.

Zitat
Und wo soll die ganze Energie gespeichert werden? Das ist doch ein wichtiges und noch nicht gelöstes bzw beantwortetes Problem. Wir könnten zwar tagsüber unsere überschüssige Energie nach Norwegen schicken und dort Pumpspeicherwerke antreiben, nachts oder zu windarmen Zeiten kriegen wir sie zurück. Aber dieses Stromnetz existiert so noch gar nicht, der Ausbau müsste auch erstmal kommen.

Die Antwort gibst Du ja schon selbst...

Wir reden doch hier nicht von unmöglichen Dingen oder Sachen die noch nicht "spruchreif" sind wie z.B. Kernfusion. Dafür sind schlicht und einfach Investitionen nötig, die früher oder später sowieso notwendig sind. Durch den Ausstieg vom Ausstieg werden diese Investitionen einfach nur auf die lange Bank geschoben. Wie gesagt wir sprechen von ursprünglich 20 Jahre Vorlaufzeit. Es soll mir keiner erzählen das das nicht machbar ist. In den 8 Jahren zwischen 2002 und 2010 wurde der Anteil der EE von 8% auf 17% gesteigert. Geht es so weiter, dürfte der Anteil bis zum Auslaufen der letzten AKW bei ca. 30% Anteil liegen. Die Hälfte davon (Wasserkraft, Biomasse) ist Grundlastfähig. Abzüglich der paar Prozente Stromüberschuss und eine Verlagerung des Nicht-Grundlastfähigen Anteils auf die z.B. von Dir erwähnten Pumpspeicherwerke, sehe ich nicht wo das große Problem liegen soll...  :noahnung:

Kein Mensch (zumindest hier im Forum) verlangt ein sofortiges Abschalten der AKW, sondern die Rückkehr zum ursprünglich geplanten Atomausstieg. So ganz undurchdacht war das im Jahr 2002 sicher nicht und die Zahlen bis heute belegen auch, dass es realistisch ist das ursprüngliche Ziel umzusetzen. Durch den Ausstieg vom Ausstieg werden wichtige Investitionen blockiert und die Umwelt einem unnötigen Risiko ausgesetzt...rein aus finanziellen Gründen (wovon der Bürger kaum profitiert). Mittlerweile scheint es ja so das auch Teile der CDU zurückrudern und den Ausstieg vom Ausstieg als ein Fehler sehen und auch Merkel will jetzt den Ausstieg sogar wieder vorantreiben. Auch die wissen das die ursprünglichen Ziele machbar sind...

Wie gesagt es geht nicht um blinden Aktionismus und sofortige Abschaltung aller AKW, sondern um die schnellstmögliche Abschaltung in dem ich alle Alternativen ausreize und vorantreibe. Aber wenn ich auch nur 1% Stromüberschuss habe und trotzdem AKW am Netz habe dann läuft was in die falsche Richtung...


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Walter Frosch 99

#2752
Zitat von: kuala am Dienstag, 29 März 2011, 07:46:43
Zitat von: Steffen 99 am Dienstag, 29 März 2011, 06:53:00
z.B. von hier...

http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/stromexportweltmeister-deutschland/

Das sind zwar nur die Zahlen aus einem Quartal in 2010, aber ich gehe mal davon aus, dass das schon einigermaßen repräsentativ ist. Diese Zahlen wohlgemerkt trotz 2 AKW die in diesem Zeitraum abgeschaltet waren und wir hier von einem Winterquartal sprechen wo der Stromverbrauch vermutlich höher liegt...

Ok, die taz hat ihre Zahlen von der gleichen Quelle, von der ich sie habe - Arbeitsgemeinschaft Energiebilanz. Also mag das fürs erste Quartal gelten. Aufs Jahr bezogen sieht das schon ganz anders aus.

Zitat
Vielleicht sind Deine Zahlen da genauer und vielleicht argumentiert ja jeder gern mit Quellen die ihm besser gefallen. Du stellst ja auch dar, dass die AKW "fast die Hälfte" der Grundlast tragen obwohl Du weißt das es eigentlich nicht ganz stimmt ;) . Kohle und Erdgas haben alleine einen Anteil im Strommix von 56%....rechnet man noch Öl, Wasserkraft etc. zur Grundlast, dann liegen wir irgendwo bei 65%.

22% : 65% ? also bei mir ist das nicht "fast die Hälfte".....das "Ammenmärchen" geb ich gern zurück :)

Ähmm, ich habe von Grundlast gesprochen. Nicht vom Energiemix. ::) Der ist mir bekannt. Für die Grundlast sorgen aber eben nur Braunkohle, Kernenergie und Wasserkraft. Und da beträgt der Anteil der Kernkraft 46% (im Jahr 2010).  ;) :-*

So gesehen stimmt das zwar, aber ist ja auch nicht die ganze Wahrheit? Braunkohle, Kernenergie und Wasserkraft tragen unsere Grundlast, aber eher aus ökonomischen Gründen. Aus dieser Perspektive stimmen Deine Zahlen. Sind Steinkohle, Gas und Biomasse nicht Grundlasttauglich? Ich denke schon, aber sie werden momentan aufgrund der Kosten nicht als Grundlast eingesetzt (ist ja klar dass ich die Grundlast nur aus dem am "preiswertesten" zu erzeugenden Strom trage) , praktisch wäre das schon möglich, lasse mir aber gern das Gegenteil beweisen. Betrachtet man es ökonomisch dann sind Deine Zahlen richtig, aus praktischer Sicht kann ich hier durchaus den Energie-Mix betrachten. Ich mag Atomkraft aber gar nicht ökonomisch betrachten solange es Alternativen gibt, die zwar teurer sind (wobei ich das hier mal nur aus Erzeugersicht sehe und mal die bereits mehrfach diskutierten Nachlaufkosten rauslasse) aber auch nicht unrealistisch. Genauso wie es mein Verstand verbieten würde als Unternehmer meine Kleidung von Kindern in Bangladesh aus ökonomischen Gründen nähen zu lassen...
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Bruno Borelli

Zitat von: HobbesTheOne 99 am Montag, 28 März 2011, 23:39:07
...Früher war das natürlich mal, aber früher war auch die SPD mal ganz stark in Sachsen, frag mal wo sie heute steht....

Früher? Naja, das Thema Parteienverehrung in Sachsen würde ich jetzt mal nicht für beispielhaft ansehen. Die Ausschläge der jeweiligen "politischen Strömungen" waren in Sachsen historisch gesehen ....na sagen wir mal.... sie waren etwas extrem.  :buck: ;) 
Egal ob rot, schwarz, sehr rot oder braun.
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

kuala

Zitat von: Steffen 99 am Dienstag, 29 März 2011, 08:44:22
So gesehen stimmt das zwar, aber ist ja auch nicht die ganze Wahrheit? Braunkohle, Kernenergie und Wasserkraft tragen unsere Grundlast, aber eher aus ökonomischen Gründen. Aus dieser Perspektive stimmen Deine Zahlen. Sind Steinkohle, Gas und Biomasse nicht Grundlasttauglich? Ich denke schon, aber sie werden momentan aufgrund der Kosten nicht als Grundlast eingesetzt (ist ja klar dass ich die Grundlast nur aus dem am "preiswertesten" zu erzeugenden Strom trage) , praktisch wäre das schon möglich, lasse mir aber gern das Gegenteil beweisen.

Ich denke auch, dass Steinkohle, Gas und Biomasse grundsätzlich grundlasttauglich sind. Damit könnte auch einiges von der Grundlast der Kernenergie aufgefangen werden. Das vergessen zugegebenermaßen manchmal auch die Konservativen und Liberalen. Problem ist dann aber, dass dir in diesem Umfang die Mittellast (also die bei Bedarf zuschaltbare Energie) fehlt. Da hierzu Wind- und Solarenergie nur begrenzt tauglich ist, müsste man Wasser-, Kohle-, Gas- oder Biomassekraftwerke bauen oder eben verstärkt Strom importieren. Der Bau weiterer Kohlekraftwerke halte ich für wenig wahrscheinlich. Biomasse ist ökologisch auch nicht das Gelbe vom Ei. Gleiches gilt für Wasserkraft. Bleibt Gas. Das wiederrum müsste man auch importieren, überwiegend von den Russen. Von denen will man sich aber sicher nicht zu sehr abhängig machen. Wie man aber daran auch erkennen kann, fehlt es schlicht an einem Konzept. Und das ist auch einer der Kritikpunkte an den Befürwortern des Atomausstiegs. Er wurde beschlossen und man war und ist der Auffassung, dass es die erneuerbaren Energien auffangen. In überwiegendem Maße wird das freilich gelingen. Es wird beim vollstängen Ausstieg auch zu keinem Engpass kommen, eben weil man in der Lage sein wird, Strom zu importieren - Atomstrom?!  ;)

Sheed

allein die sonne bringt 10.000 mal soviel energie, als eigentlich in deutschland verbraucht wird. aktuell ist noch das problem, diese energie zu speichern. allerdings arbeiten große firmen daran und es wird mit großer sicherheit nicht mehr lange dauern (vielleicht sogar schon dieses jahr auf der intersolar in münchen) dass nutzbare speichermöglichkeiten für wind- und photovoltaikenergie auf den markt kommen.  :suspect: 

sicher wird das anfangs auch nur ein teil der energie sein, die tgl. verbraucht wird, trotzdem wieder (wie ich finde) ein großer und wichtiger schritt.
"Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt." Francois Truffaut

Iak

Beim Gas muss man nicht von Russland abhängig sein. Durch neue Technologien kann man in Stein gebundenes Gas aus dem Boden waschen. Die USA sind in den letzten Jahren so zum größten Gasexporteur der Welt geworden. Durch die LNG Technologie kann Gas heutzutage auch in Tankern verschifft werden. Deutschland hat aber noch kein LNG Terminal um so Gas zu bekommen. Theoretisch gibt es auch Überlegung Gas so in Deutschland zu fördern. Problem sind nur die Umweltschäden, wenn das das Lösungsmittel mit dem Grundwasser in Kontakt kommt. Dann sprudeln die Flüsse und der USA. Das können sich die USA erlauben, in Deutschland geht das eher nicht.
"Wahrheit spricht für sich allein - aber Lüge spricht durch Presse und Rundfunk."  Victor Klemperer (1881-1960)

Walter Frosch 99

#2757
Zitat von: kuala am Dienstag, 29 März 2011, 11:02:31
Zitat von: Steffen 99 am Dienstag, 29 März 2011, 08:44:22
So gesehen stimmt das zwar, aber ist ja auch nicht die ganze Wahrheit? Braunkohle, Kernenergie und Wasserkraft tragen unsere Grundlast, aber eher aus ökonomischen Gründen. Aus dieser Perspektive stimmen Deine Zahlen. Sind Steinkohle, Gas und Biomasse nicht Grundlasttauglich? Ich denke schon, aber sie werden momentan aufgrund der Kosten nicht als Grundlast eingesetzt (ist ja klar dass ich die Grundlast nur aus dem am "preiswertesten" zu erzeugenden Strom trage) , praktisch wäre das schon möglich, lasse mir aber gern das Gegenteil beweisen.

Ich denke auch, dass Steinkohle, Gas und Biomasse grundsätzlich grundlasttauglich sind. Damit könnte auch einiges von der Grundlast der Kernenergie aufgefangen werden. Das vergessen zugegebenermaßen manchmal auch die Konservativen und Liberalen. Problem ist dann aber, dass dir in diesem Umfang die Mittellast (also die bei Bedarf zuschaltbare Energie) fehlt. Da hierzu Wind- und Solarenergie nur begrenzt tauglich ist, müsste man Wasser-, Kohle-, Gas- oder Biomassekraftwerke bauen oder eben verstärkt Strom importieren. Der Bau weiterer Kohlekraftwerke halte ich für wenig wahrscheinlich. Biomasse ist ökologisch auch nicht das Gelbe vom Ei. Gleiches gilt für Wasserkraft. Bleibt Gas. Das wiederrum müsste man auch importieren, überwiegend von den Russen. Von denen will man sich aber sicher nicht zu sehr abhängig machen. Wie man aber daran auch erkennen kann, fehlt es schlicht an einem Konzept. Und das ist auch einer der Kritikpunkte an den Befürwortern des Atomausstiegs. Er wurde beschlossen und man war und ist der Auffassung, dass es die erneuerbaren Energien auffangen. In überwiegendem Maße wird das freilich gelingen. Es wird beim vollstängen Ausstieg auch zu keinem Engpass kommen, eben weil man in der Lage sein wird, Strom zu importieren - Atomstrom?!  ;)

Na immerhin sind wir uns ja schonmal einig, dass wir für die Grundlast eigentlich keinerlei Kernenergie benötigen, da alleine die Steinkohle die Grundlast der Kernenergie nahezu decken könnte.

Ohne Neubau von Steinkohlekraftwerken würden diese teilweise sicherlich als Mittellast fehlen. Man müsste die 20% Steinkohle aus der Mittellast zugunsten der Grundlast ersetzen. Wenn nicht für die Mittellast, wozu dann überhaupt regenerative Energie? Natürlich kann es gerade bei Sonne und Wind (offshore weniger) zu Schwankungen kommen, aber das liese sich doch auch über Gas und Öl regulieren, da man diese sehr schnell und flexibel einsetzen kann und der Anteil gerade nicht zur Verfügung stehender Mittellast (teilweise durch Sonne und Wind) nicht so hoch sein sollte.

Ich sehe nicht, dass sich das Problem nicht lösen lässt, wenn man es denn will. Natürlich sind intelligente Konzepte nötig, keine Frage. Am besten natürlich überregionale Lösungen wie es in Richtung Desertec geht wo man sich unabhängiger von der Natur macht (die Wahrscheinlichkeit das in der Sahara keine Sonne scheint ist kleiner als das uns ein AKW um die Ohren fliegt). Wobei schon klar ist, dass man hier eher über 30-40 Jahre spricht bis sowas umgesetzt wäre und die Frage ist ob man 2050 sowas überhaupt noch braucht.

Solche Konzepte treibt man aber sich nicht voran indem man AKW Laufzeiten verlängert. Ich würde gern von AKW-Befürwortern mal hören was eine Verlängerung der Laufzeiten ändert? Ob nun 2022 oder 2036 ohne Atomkraft...die Herausforderung bleibt die gleiche, nur das man die notwendigen Investitionen und den Ausbau der EE 14 Jahre aufschiebt. Der einzige Unterschied ist das die Versorger jetzt 14 Jahre lang mehr Gewinne machen und wir zusätzlich 14 Jahre lang mit dem Risiko und dem zusätzlichen Müll leben müssen.

Mal davon abgesehen würde ich selbst bei einem Anteil von 0% regenerativer Energien eher den Ausbau von Kohlekraftwerken bevorzugen um AKW zu ersetzen. Alleine die deutschen Vorräte reichen noch für über 200 Jahre und man wäre von niemandem abhängig. Dreck machen die heute auch kaum noch und CO2 halte ich sowieso für eine streitbare Geschichte bei 3% menschlichem "Ursprungs". Und falls ich falsch liege, dann habe ich immer noch lieber zuviel CO2 als Plutonium in der Natur ::)
"Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Hans Sarpei."

"Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft oder in der Weltauswahl."

"Geil, endlich Sommer...da kann ich jetzt in Shorts vorm Computer sitzen" ;D

pizzapasta

Zitat von: Steffen 99 am Dienstag, 29 März 2011, 12:22:45
Ich würde gern von AKW-Befürwortern mal hören was eine Verlängerung der Laufzeiten ändert?

Das ist relativ simpel. Lässt man die Norweger die Leitungen durch die Nordsee bauen und kauft deren günstigen Strom aus Wasserkraftwerken, landet das Geld in Norwegen. Blockiert man den Bau dieser Leitungen und verlängert stattdessen die Laufzeiten, landet das Geld bei den Buddies von EnBW, RWE und E.ON... Wobei... Bei EnBW hat Mappus sich ja direkt selbst zum Lobbyistenregierungspolitiker gemacht. So läufts mit anderen Projekten auch. Wenn das richtige Protokoll rauskommt, würde Brüderle da sicher zustimmen.  :suspect:

Roman

@ steffen

kernfusion ist seit 50 Jahren in 30 Jahren marktreif  :lol:




siehe auch
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34128/1.html
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