Autor Thema: Politik-Diskussions Thread  (Gelesen 301505 mal)

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Offline Bubitzzz

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3870 am: Freitag, 26 Dezember 2014, 21:20:05 »
was war denn Thema?

Offline Herr_Rausragend

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3871 am: Freitag, 26 Dezember 2014, 21:53:17 »
was war denn Thema?

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Polizei-ueberwacht-verstaerkt-Wohnungen-von-Stadtraeten-artikel9071809.php

Der Herr Burghardt ist auch witzig: "Wie kommt jemand dazu, mich auf die Liste zu nehmen? Ich habe mich zum Thema Asyl nie geäußert." - schön dass er selber einsieht zum Thema als ehemaliger Bürgermeisterkandidat nichts beitragen zu können.  ::)
« Letzte Änderung: Freitag, 26 Dezember 2014, 22:10:43 von Herr_Rausragend »
Rechtschreibfehler dienen der allgemeinen Belustigung und sind als solche natürlich beabsichtigt! Wer einen findet, darf ihn behalten ;)

Offline Bruno Borelli

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3872 am: Montag, 29 Dezember 2014, 17:33:20 »
was war denn Thema?

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Polizei-ueberwacht-verstaerkt-Wohnungen-von-Stadtraeten-artikel9071809.php

Der Herr Burghardt ist auch witzig: "Wie kommt jemand dazu, mich auf die Liste zu nehmen? Ich habe mich zum Thema Asyl nie geäußert." - schön dass er selber einsieht zum Thema als ehemaliger Bürgermeisterkandidat nichts beitragen zu können.  ::)

Das ist ja auch ein riesiger Skandal, wie er als Mitglied einer demokratischen Partei von Rechtsradikalen angegriffen werden kann.  ::) ::) ::)
Klingt irgendwie so als ob er sich offensichtlich schämt mit anderen Polikern der SPD, der Grünen, der FDP oder der Linken - die sich in irgendeiner Form bei den Nazis unbeliebt gemacht haben - auf einer Liste zu stehen.  :-X Ein ganz schlimmer Kommentar. Ich denke, das weiß aber aber selbst, wenn er paar Sekunden drüber nachdenkt.

Nach den jüngsten Äußerungen aus der sächsischen CDU als Reaktion auf die Pegida-Aufmärsche, braucht er aber wahrscheinlich nicht mehr befürchten, irgendwie ins rechte Fadenkreuz zu geraden.  :-X

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-proteste-sachsen-cdu-will-asylpolitik-ueberpruefen-a-1010480.html
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Offline Bruno Borelli

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3873 am: Montag, 30 März 2015, 12:04:43 »
Germanwings-Absturz: Lufthansa skeptisch bei Suche nach Flugdatenschreiber

Na das ist ja mal eine gute Nachricht für Fluggesellschaft, für Airbus und die ganze Branche.  :great: :-X Wäre nicht auszudenken gewesen, wenn man statt des Stimmenrekorders die technische Box gefunden hätte und Zweifel an vorliegenden Absturzursache aufkommen würden, für einige Beteiligte eine doch recht bequemen Version ist.  ::) :-X

Bevor ich missverstanden werde: bei Richtigkeit der öffentlich vorliegenden Daten ist die aktuell angenommene Absturzursache auch für mich die plausibelste und wahrscheinlichste! Aber:

Ich weiß nicht, für mich stinkt die ganze Sache gewaltig. In jedem noch so unbedeutenden Verfahren, wo es um deutlich weniger sensible Dinge geht, um geringere Schadensersatzansprüche und auch nur um die Bestafung von einzelnen Personen ohne großes Interesse für die Öffentlichenkeit, halten sich Ermittler, Staatsanwälte und Verantwortliche der beteiligten Unternehmen mit Aussagen und Spekulationen zurück und gegen selten Informationen an die Öffentlichkeit bevor die Ermittlungen nicht komplett abgeschlossen sind.
Und hier ist der "Fall" nach paar Tagen, teilweise sogar für einige schon nach 48 Stunden, scheinbar gelöst?!

Die Medien verbreiten wieder für ihre eigene Story bereitwillig jede Information und alles geschriebene wird von den meisten Lesern als Fakt hingenommen.
Interessant ist für mich auch, dass am Abend des Unglückstages die Meldung durch die Medien ging, das der Flugschreiber der die technischen Vorgänge erfasst gefunden wurde und nach dem Sprachflugschreiber noch gesucht würde. Diese Meldung hatte auch noch bis zum nächsten Vormittag Bestand (z.B.: MDR Info, Spiegel). Und dann plötzlich war es genau andersrum und wenige Stunden später lag die Auswertung des Voicerekorders vor. Die Meldungen, dass sich weltweit Piloten weigern einen Airbus zu fliegen, häufen sich. Es geht um den Austritt toxischer Gase in Kabinen, Probleme mit der Kabinentür (vor paar Monaten gab es doch den Fall dass beide Piloten wärend der Auto-Pilot-Phase aus der Kabine gingen und die Tür sich dann für einige Zeit nicht öffnen ließ...  ??? ) oder Fälle von plötzlichen abfallendem Kabinendruck, wie man im Internet recht oft lesen kann, wenn man danach sucht. In den Medien gibt es darüber aber ganz plötzlich keine Berichte mehr.
Und wiederum einen Tag später findet man einen zerissenen Krankenschein in der Wohnung des Co-Piloten....
Ab nun ist für jeden Lokaljournalisten und Fernsehmoderator - auch für die, die sonst überwiegend Kochsendungen im Frühstücksfernsehen moderieren - der Fall glasklar und die Konsequenzen in der Luftfahrtbranche eindeutig: 2 Piloten ständig im Cockpit und jeder Pilot wird einmal pro Woche von einem Unternehmensarzt untersucht und die Untersuchungsergebnisse bei Facebook geposted. Alles geklärt! Deswegen stürzt in Zukunft kein Flugzeug mehr ab!  :great: :suspect: :-X
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Offline pizzapasta

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3874 am: Montag, 30 März 2015, 13:13:14 »
Du kannst davon ausgehen, dass die Luftfahrtbehörden jedes kleinste Detail aufarbeiten werden - egal, was derzeit durch die Presse geht. Schau dir mal die ausführlichen Abschlussberichte zu anderen Vorfällen an. Insgesamt finde ich die Informationspolitik von allen Beteiligten im Vergleich zu anderen Flugzeugabstürzen der jüngeren Vergangenheit vorbildlich. Das die Medien in solchen Fällen sofort am Rad drehen und allen möglichen Quatsch verbreiten oder Aussagen aus dem Kontext reißen, kann leider auch die beste Öffentlichkeitsarbeit nicht verhindern. Und auch die beste Öffentlichkeitsarbeit ist in einer solchen Situation nicht perfekt, weil da einfach Menschen arbeiten, die sich bei aller Professionalität derzeit im Ausnahmezustand befinden.

Als Vielflieger geht mir persönlich der Absturz im Gegensatz zu anderen Flugzeugunglücken schon ziemlich nahe. Ich hatte sechs Flüge seit letztem Dienstag und bin mehrfach in Tegel an den Kerzen für die Opfer vorbei gelaufen. Da wird einem schon mulmig. Trotzdem ändert der Absturz nichts daran, dass ich mich gerade im A320 und bei Lufthansa, Germanwings und Airberlin absolut sicher fühle. Restrisiken gehören zum Leben.

Offline Bruno Borelli

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3875 am: Montag, 30 März 2015, 14:03:05 »
Du kannst davon ausgehen, dass die Luftfahrtbehörden jedes kleinste Detail aufarbeiten werden - egal, was derzeit durch die Presse geht. Schau dir mal die ausführlichen Abschlussberichte zu anderen Vorfällen an. Insgesamt finde ich die Informationspolitik von allen Beteiligten im Vergleich zu anderen Flugzeugabstürzen der jüngeren Vergangenheit vorbildlich. Das die Medien in solchen Fällen sofort am Rad drehen und allen möglichen Quatsch verbreiten oder Aussagen aus dem Kontext reißen, kann leider auch die beste Öffentlichkeitsarbeit nicht verhindern. Und auch die beste Öffentlichkeitsarbeit ist in einer solchen Situation nicht perfekt, weil da einfach Menschen arbeiten, die sich bei aller Professionalität derzeit im Ausnahmezustand befinden.

Als Vielflieger geht mir persönlich der Absturz im Gegensatz zu anderen Flugzeugunglücken schon ziemlich nahe. Ich hatte sechs Flüge seit letztem Dienstag und bin mehrfach in Tegel an den Kerzen für die Opfer vorbei gelaufen. Da wird einem schon mulmig. Trotzdem ändert der Absturz nichts daran, dass ich mich gerade im A320 und bei Lufthansa, Germanwings und Airberlin absolut sicher fühle. Restrisiken gehören zum Leben.

Auch mir als Nicht-Flieger geht das Unglück sehr nahe, da es genau meine Ängste, unter denen ich persönlich leide, bedient und bestätigt. Seit etwa 6 Jahren bin ich überhaupt nicht mehr geflogen, weil ich mich einfach wieder auf Urlaubsreisen (und Rückreisen!!! :buck: ) freuen wollte. Das was hier die Passagieren in den letzten Minuten ihres Lebens durchmachten, ist genau die Horrorvorstellung, die meine Flugangst ausmacht. Dort drin zu sitzen, erkennen was höchstwahrscheinlich in mehr oder wenigen Minuten passieren wird, das nicht in irgendeiner Form beeinflussen oder verhindern zu können und die Gewissheit dass gleich alles vorbei ist, das muss extrem sein.
Die Gefahr eine Autofahrt mit dem Leben zu bezahlen ist bekanntlich um einiges höher, das ist klar - und für die Angehörigen spielt es auch keine entscheidende Rolle, ob ein Familienmitglied durch einen Autounfall oder einen Flugzeugabsturz aus dem Leben gerissen wird. Aber einfach die Vorstellung, dass ich selbst regieren kann - und wenn ich nicht mehr reagieren kann, dass es dann sehr schnell geht - lässt mich beim reisen lieber ins Auto steigen.
Ich fühle auch mit den vielen Flugreisenden -wie Dir - dieser Tage, die sich das Transportmittel nicht raussuchen können. Kann mir gut vorstellen, dass da viele unschöne Gefühle mitfliegen.

Aber gerade diese vielen Spekulationen, die mit oft sehr vaagen Informationen öffentlich betrieben werden und wo dann bei kleinsten Veränderungen der Informationskette wieder alles was am Vortag noch fest stand, komplett anders erscheint, das verunsichert doch erst recht. Am Ende gibt es eine Hauptunglücksursache. Für einige Stunden zumindest haben sich die Medien aber schon auf 3 unterschiedliche Gründe eingeschossen (Airbus, veraltete Maschine einer Billigfluggesellschaft > Billigfluglinien überhaupt, Selbstmordanschlag).
Mich hätte es nicht gewundert wenn man ab Abend des Unglückstages als überwiegend von einem technischen Defekt einer älteren Maschine noch drüber diskutiert hätte, die Fluggesellschaften zu verpflichten alle 20 jährigen Flugzeuge zu verschrotten. Diesen ganzen Aktionismus aus Ängsten heraus, die uns unsere amerikanischen Freunde so "erfolgreich" vorleben, die widert mich einfach an. Ich kann das nicht mehr ertragen. Wie Pizzapasta schrieb: es gibt einfach Lebensrisiken, die dazu gehören. Und Unglücke, das Schicksam und Terroristen sind erfinderisch.  :-\ Beim nächsten Mal ist leider alles anders und nicht so wie beim "letzte Mal".
Jetzt werden Entscheidungen aus einen Sachverhalt getroffen wo wahrscheinlich die Psyche eines einzelnen Menschen nicht so funktionierte wie die der überwältigenden Mehrheit der Menschen. Rückwirkend betrachtet hätte man mit entsprechenden Regeln und Vorkehrungen ziemlich sicher das Unglück genau in dieser Form verhindern können. Aber sobald es diese Regeln gibt, wird sich einfach der Ablauf eines solchen Unglücks nur ändern. Beim nächsten Mal ist es eben anders, dann ist vielleicht der zusätzliche Flugsteward der das Cockpit "zur Sicherheit" betritt der Schwachpunkt im System und der Auslöser eines Absturzes.  :noahnung: Oder ein Pilot verübt einen Selbstmordanschlag auf die Praxis des Arztes, der seine berufliche Zukunft beendet hat, weil er die Untersuchungsergebnisse seinem Arbeitgeber mitgeteilt hat.
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Offline Hendrik

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3876 am: Montag, 30 März 2015, 14:13:11 »
Naja, lassen wir mal die Kirche im Dorf.

Fakt ist, dass es absolute Sicherheit nicht gibt. Und wenn man so will, dann wurde dieses Unglück erst möglich, weil man nach dem 11. September dazu übergegangen ist, Panzertüren als Abtrennung zum Cockpit einzubauen. Früher hätte man die Tür einfach aufbrechen können....

Ansonsten bin ich kein großer Freud von irgendwelchen Verschwörungstheorien. Aus den vorliegenden Daten (auch schon vor der Bekanntgabe der Ergebnisse des Stimmenrekorders) war eigentlich nicht unbedingt von einem (rein) technischen Defekt auszugehen.


Offline Bruno Borelli

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3877 am: Montag, 30 März 2015, 14:24:05 »
Naja, lassen wir mal die Kirche im Dorf.

Fakt ist, dass es absolute Sicherheit nicht gibt. Und wenn man so will, dann wurde dieses Unglück erst möglich, weil man nach dem 11. September dazu übergegangen ist, Panzertüren als Abtrennung zum Cockpit einzubauen. Früher hätte man die Tür einfach aufbrechen können....

Ansonsten bin ich kein großer Freud von irgendwelchen Verschwörungstheorien. Aus den vorliegenden Daten (auch schon vor der Bekanntgabe der Ergebnisse des Stimmenrekorders) war eigentlich nicht unbedingt von einem (rein) technischen Defekt auszugehen.

Na ja genau das ist es ja! Durch das Schließen einer Tür, öffne ich eine neue - bildhaft gesprochen und auf dramatische Art hier genau zutreffend.  :-\
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Offline HobbesTheOne 99

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3878 am: Montag, 30 März 2015, 15:40:26 »
Dann passt ja die Vorratsdatenspeicherung wunderbar hierher :suspect: Auch damit gibt es keine absolute Sicherheit
"Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen."
Walter Scheel

Offline Herr_Rausragend

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3879 am: Montag, 30 März 2015, 16:03:05 »
So richtig glücklich bin ich mit der angeblich vorbildlichen Rolle der Medien nicht. Jedes Ereignis wird dramatisch überhöht und ausgeschlachtet, Hauptsache es wird Sendezeit generiert und Zuschauerinteresse gebunden. Mediale Ausschlachtung auf allen Kanälen, hoch und runter und auf allen Sendern das gleiche Bild. Das empfinde ich bei allem Mitleid gegenüber den Opfern und dem Drang nach Informationen nicht nur als zunehmend störend, sondern zum Teil auch anbiedernd und heuchlerisch. Gefühlt ist mein Vertrauen in die Medien spätestens seit der Ukrainekrise ohnehin nicht besonders gestiegen, das soll nun aber nicht gleich zum wilden Ausufern von Verschwörungstheorien führen, sondern mehr zu einer allgemeinen Kritik an emotionen-heischenden Journalisten.

Ich empfinde es gruselig welche vermeintlichen Experten zum Teil ins Feld geführt werden - bereits zu Zeitpunkten in denen Vermutungen über die Absturzursache aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse reine Spekulation waren. Insgesamt ist die Nachrichtenlage auch sehr unübersichtlich gewesen, erst hieß es habe einen Notruf gegeben und einen Kampfflieger der aufgestiegen ist um die Lage zu checken und nun doch irgendwie nicht?

Insgesamt stellen sich mir einige Fragen, die mir durch das mediale Dauerfeuer bislang nicht beantwortet worden konnten. Interessanterweise gibt es auch nicht wenige wirkliche Experten und Profis aus dem Metier die sich sehr unzufrieden mit der gegenwärtigen Informationslage zeigen. Bei vergleichbaren Abstürzen dauert es Monate bis belastbare Ergebnisse präsentiert werden und das vor allem durch wirklich unabhängige internationale Ermittler und nicht durch kleine lokale Staatsanwaltschaften, denen man sogar noch ein Motiv unterstellen kann Airbus zu schützen. Wie gesagt, so wirklich vorbildlich kann ich das alles nicht nennen.
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Offline Mephistopheles

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3880 am: Montag, 30 März 2015, 18:52:55 »
Irgendwie gibt es aber schon Dinge, die mich zweifelnd zurücklassen: Bruno hat ja schon einiges geschrieben (Welche Blackbox wurde denn nun und wann gefunden?). Seltsam finde ich aber auch das Trümmerfeld, in dem wirklich jedes Stückchen Flugzeug in kleinste Teile zerstört wurde mit Ausnahme eines Rades, welches vollständig ganz geblieben zu sein schien. Ich hätte nicht gedacht, dass allein eine sehr hohe Geschwindigkeit ein Flugzeug derart zerschreddern kann.

Weiterhin ist mir das Motiv unklar: Einerseits wird eine Ex-Freundin zitiert, die meint, er wollte etwas tun, dass danach jeder ihn kenne (oder so ähnlich), andererseits soll der Täter während des gesamten Sinkfluges nur ruhig geatmet haben (was als Beweis für seine Absicht unterstellt wird, obwohl Ohnmächtige auch ruhig atmen). Jeder weiß, dass auf den Voicerekordern alles mitgeschnitten wird, was im Cockpit besprochen wird. Wäre es nicht wahrscheinlich, dass ein Täter, der sich unsterblich machen will, dann diese letzten Minuten nutzt, um noch etwas an die von ihm gehasste Welt (oder wen auch immer gerichtet) zu sagen? Wäre ein solcher Verrückter nicht vielleicht bestrebt, möglichst viele Personen mit in den Tod zu reißen, indem er beispielsweise in eine nahe gelegene Stadt fliegt, anstatt gegen völlig unbewohntes Terrain? Und warum verlässt ein Pilot unmittelbar nach Erreichen der Reiseflughöhe das Cockpit? Weil er aufs Klo muss? Im Ernst? Der geht nicht unten im Flughafen (wo die Piloten sicherlich ihre eigenen Personaltoiletten haben) sondern muss ausgerechnet 20 min später im Flugzeug, bei einem nur etwa 2 Stunden langem Flug? Kann sein, aber finde ich irgendwie seltsam.

Was mein Vertrauen in Medien angeht, so ist dieses zuletzt auch weit gesunken. Die Massenvernichtungswaffen im Irak, die Berichte zum Russland-Ukraine-Konflikt und auch die kürzliche Stinkefinger-Affäre des griechischen Finanzministers zeigen doch deutlich auf, dass man leider nicht blind glauben darf, was in den Medien berichtet wird.

Was da über den Wolken passiert ist, weiß ich nicht. Ehrlich gesagt hoffe ich ja auch, dass es so gewesen ist, wie zuletzt überall in den Medien geschrieben und der Co-Pilot hier vorsätzlich agierte. Das würde mein Vertrauen in die Luftfahrt schon erhöhen.
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Offline Bubitzzz

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3881 am: Montag, 30 März 2015, 19:21:36 »
Und warum verlässt ein Pilot unmittelbar nach Erreichen der Reiseflughöhe das Cockpit? Weil er aufs Klo muss? Im Ernst? Der geht nicht unten im Flughafen (wo die Piloten sicherlich ihre eigenen Personaltoiletten haben) sondern muss ausgerechnet 20 min später im Flugzeug, bei einem nur etwa 2 Stunden langem Flug?


Das Flugzeug flog ja mit Verspätung los, und der Pilot ist ja in dieser Zeit bereits im Cockpit, bzw. ja vorher wegen der Vorbereitungen schon. Dann ein bisschen viel getrunken, und schon kann die Blase drücken. Das ist für mich jetzt nicht so seltsam, lieber auf Toilette gehen als den Flug unentspannt fortsetzen und dabei einen Fehler machen.  :noahnung:

Offline pizzapasta

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3882 am: Montag, 30 März 2015, 19:22:33 »
So richtig glücklich bin ich mit der angeblich vorbildlichen Rolle der Medien nicht.

Mit dem Vorbildlich meinte ich ausdrücklich nicht die Medien, sondern Germanwings/Lufthansa sowie die Behörden und Ermittler in Frankreich und Deutschland.

Ich empfinde es gruselig welche vermeintlichen Experten zum Teil ins Feld geführt werden - bereits zu Zeitpunkten in denen Vermutungen über die Absturzursache aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse reine Spekulation waren. Insgesamt ist die Nachrichtenlage auch sehr unübersichtlich gewesen, erst hieß es habe einen Notruf gegeben und einen Kampfflieger der aufgestiegen ist um die Lage zu checken und nun doch irgendwie nicht?

Der "Notruf" kam vom Fluglotsen weil die Maschine nicht geantwortet hat. Das war ziemlich schnell klar, während die Medien es noch Stundenlang verbreitet haben.

Insgesamt stellen sich mir einige Fragen, die mir durch das mediale Dauerfeuer bislang nicht beantwortet worden konnten. Interessanterweise gibt es auch nicht wenige wirkliche Experten und Profis aus dem Metier die sich sehr unzufrieden mit der gegenwärtigen Informationslage zeigen. Bei vergleichbaren Abstürzen dauert es Monate bis belastbare Ergebnisse präsentiert werden und das vor allem durch wirklich unabhängige internationale Ermittler und nicht durch kleine lokale Staatsanwaltschaften, denen man sogar noch ein Motiv unterstellen kann Airbus zu schützen. Wie gesagt, so wirklich vorbildlich kann ich das alles nicht nennen.

Welche vergleichbaren Abstürze gab es denn in letzter Zeit? So einen Voicerecorder kann man schnell anhören, wenn der Flashspeicher den Crash überlebt hat. Der speichert nur die letzten 2 Stunden vor dem Absturz mit wenigen Tonspuren. Wenn darauf jemand in den letzten Minuten immer lauter gegen die Tür schlägt und "Lass mich rein" ruft, liegt die Vermutung der Ursache schnell nahe. Dazu lässt der lineare Flugverlauf darauf schließen, dass die Maschine bis zuletzt keine aerodynamischen Probleme hatte. Das schließt schon einmal viele technische Ursachen aus.

Irgendwie gibt es aber schon Dinge, die mich zweifelnd zurücklassen: Bruno hat ja schon einiges geschrieben (Welche Blackbox wurde denn nun und wann gefunden?). Seltsam finde ich aber auch das Trümmerfeld, in dem wirklich jedes Stückchen Flugzeug in kleinste Teile zerstört wurde mit Ausnahme eines Rades, welches vollständig ganz geblieben zu sein schien. Ich hätte nicht gedacht, dass allein eine sehr hohe Geschwindigkeit ein Flugzeug derart zerschreddern kann.

Es gibt sicherlich auch größere Teile, aber um die herum werden derzeit noch Leichen liegen. Deshalb gibt es davon keine Fotos. Außerdem ging nach dem Absturz dort eine Schlammlawine drüber, die sicher einiges vergraben hat.

Und warum verlässt ein Pilot unmittelbar nach Erreichen der Reiseflughöhe das Cockpit? Weil er aufs Klo muss? Im Ernst? Der geht nicht unten im Flughafen (wo die Piloten sicherlich ihre eigenen Personaltoiletten haben) sondern muss ausgerechnet 20 min später im Flugzeug, bei einem nur etwa 2 Stunden langem Flug? Kann sein, aber finde ich irgendwie seltsam.

Die Piloten gehen auch auf Kurz- und Mittelstrecken regelmäßig auf die normale Flugzeugtoilette. Da ich in der Regel in den ersten 5 Reihen sitze, ist das nicht zu übersehen. Bei 30 Minuten Turnaround am Flughafen ist da am Boden schlicht keine Zeit für und eine Tagesrotation mit bspw. "TXL -> MUC -> TXL -> MUC -> TXL" hält die Blase wohl eher nicht durch.

Offline HobbesTheOne 99

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Re: Politik-Diskussions Thread
« Antwort #3883 am: Dienstag, 31 März 2015, 16:24:59 »
Der "Notruf" der Fluglotsen war ja auch der Grund für den aufgestiegenen Kampfjet. Cadarache (frz. Kernforschungszentrum, dazu Baustelle von ITER) liegt nicht weit entfernt von der Flugroute und wenn da ein Flugzeug nicht mehr reagiert, ist es Zeit zu handeln. Zumal die Franzosen in den letzten Monaten öfters Probleme mit Drohnen in der Nähe von sensiblen Gebäuden hatten.


Und warum verlässt ein Pilot unmittelbar nach Erreichen der Reiseflughöhe das Cockpit? Weil er aufs Klo muss? Im Ernst? Der geht nicht unten im Flughafen (wo die Piloten sicherlich ihre eigenen Personaltoiletten haben) sondern muss ausgerechnet 20 min später im Flugzeug, bei einem nur etwa 2 Stunden langem Flug?


Das Flugzeug flog ja mit Verspätung los, und der Pilot ist ja in dieser Zeit bereits im Cockpit, bzw. ja vorher wegen der Vorbereitungen schon. Dann ein bisschen viel getrunken, und schon kann die Blase drücken. Das ist für mich jetzt nicht so seltsam, lieber auf Toilette gehen als den Flug unentspannt fortsetzen und dabei einen Fehler machen.  :noahnung:

Mephi, der Pilot sitzt schon lange im Flugzeug, wenn du als Passagier einsteigst. Du drückst nicht einfach nen Knopf und das Flugzeug ist an wie ein Auto. Genauso geht er vorher um seine Maschine herum und inspiziert sie auf Schäden (Unregelmäßigkeiten, sichtbare Schäden, Reifen,...).
Wie pizzapasta schon andeutete, ist die Zeit beim Turnaround knapp bemessen. Die Maschine ist früh von Düsseldorf nach Barcelona geflogen, länger als eine halbe Stunde dürfte am Boden nicht eingeplant sein. Das Gepäck wird oft noch ausgeladen, während dir bereits das neu zuzuladende zur Maschine gestellt wird. In der Kabine wird kurz sauber gemacht. In der kurzen Standzeit hat der Pilot idR mehr zu tun als dann in der "ruhigsten" (und sichersten) Phase des Fluges - dem Abschnitt auf Reiseflughöhe. Und es wird ja immer empfohlen, im Flugzeug viel zu trinken, um die trockene Luft auszugleichen. Seh es also alles andere als ungewöhnlich an, wenn der Pilot nach Erreichen der Reiseflughöhe erstmal auf Toilette geht.


Generell sollte man aber nicht bloß die Informationen der "alten" Medien hinterfragen, sondern auch dem Internet mal misstrauen. Da findet man auch für alles und jedes eine Verschwörungstheorie und (vermeintliche) Beweise und ganz viele Experten...
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