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Politik-Diskussions Thread

Begonnen von vitaminbonbon, Sonntag, 18 November 2007, 23:12:07

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Red Devil

ganz ehrlich, der drops ist gelutscht.


die krim wird für den anschluss an russland stimmen und die russen werden das angebot annehmen und die truppen einfach hin stellen.
ganz gleich was irgend eine verfassung der ukraine sagt.
Guten Tag, Ich trink Ouzo! Was machst Du so?

Alle Kinder lieben Lasagne, ausser Ronny der mag Pony^^

Bruno Borelli

@Iak:


Schade dass ich mich ständig wiederholen muss: ich versuche zu relativieren!!! Ich versuche die russische Sichtweise zu erklären und deren Handlungen mit denen des Westens zu vergleichen.
-Ich persönlich sehe ebenso Vertreter der UN oder der OSZE (mit leichten Abstrichen, da sie naürlich schon mit dem europäischen Auge sehen) als gute, objektive Diplomaten. Man muss aber begreifen, dass das Bild aus russischer Sicht ein anderes sein MUSS!
-Man soll auch, nicht NUR russische Nachrichten verfolgen um die Wahrheit zu erfahren. Aber eben auch nicht nur blind den westlichen Medien Glauben schenken. Sondern versuchen eine Sache von mehreren Seiten zu betrachten und auch in mehrere Richtungen denken.
-Einzelne Schicksale, wie von dem Verfasser des Briefes geschildert, sind bei Mehrheiten-Minderheiten-Debatten sehr oft bitter und machen traurig. Sie sind aber genauso wenig repräsentativ und auch so wenig zielführend, wie ein veröffentlichter Brief eines Krim-Russen, der genau das Gegenteil schreibt.
Ein Referentum über den Status der Krim ist da schon repräsentativer und zielführender, dennoch bleiben auch da unglückliche, bittere Einzelschicksale zurück.


Passend dazu fand ich heute die Aussage von Edmund Stoiber als Reaktion auf die Gauweiler-Rede in der dieser mehr Partnerschaft zu Russland einforderte: "Will man eine friedliche Lösung, muss man auch die russische Position verstehen, ohne sie immer zu akzeptieren." Diese Position teile ich voll und ganz.
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

Walter Frosch 99

#3752
Zitat von: Iak am Donnerstag,  6 März 2014, 22:19:43
Es gibt hier so viele Aspekte, die mir unklar erscheinen, sodass mir eine bloße Gegenüberstellung von Gut gegen Böse bzw. Schwarz gegen Weiß als zu einfach erscheint. Wladimir Putin scheint momentan in diesen Schemata zu denken. Oder wie ist es zu erklären, dass er sich weigert mit der ukrainischen Übergangsregierung zu reden und stattdessen einfach Fakten schafft. Das so genannte demokratische Referendum wurde inzwischen auf den 16.03. vorgezogen. Parallel erlässt der russische Föderationsrat neue Gesetze, um Regionen aus anderen Staaten einzugliedern. Hier kann mir keiner mehr erzählen, dass ein Einsatz zum schutz der russischen Minderheit läuft und nicht einfach eine schon lange geplante Okkupation der Krim durchgezogen wird. Was spricht objektiv dagegen?

Nix, ich denke Putin nutzt jetzt einfach nur die Gunst der Stunde. Schutz der Menschenrechte und Minderheiten ist natürlich nur ein Deckmäntelchen, genauso wie es andernorts auch von den Amis behauptet wird. Ist natürlich in aller Regel Blödsinn und interessiert nicht die Bohne.

Putin weiß natürlich auch, dass er mit seinem momentanen Aktionen einen Imageschaden davon trägt, andererseits wurde mit der Einmischung von außen in die Ukraine aus seiner Sicht eine rote Linie überschritten. Da muss er jetzt Härte zeigen. Wer an völlig normale Vorgänge in den letzten Wochen in der Ukraine glaubt, dem sei sein Glauben gelassen, Putin tut es aber sicherlich nicht. Wer könnte denn ein Interesse an dem haben, was dort passiert ist? Mal so gesehen:

Zitat,,Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angel-punkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Rußlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit aufbegehrenden Zentralasiaten hineingezogen würde, die den Verlust ihrer erst kürzlich erlangten Eigenstaatlichkeit nicht hinnehmen und von den anderen islamischen Staaten im Süden Unterstützung erhalten würden."

Von wem das Zitat stammt? Zbigniew Brzeziński, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater der USA. Das Zitat stammt aus dem Buch ,,Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft", erschienen bereits 1999. Im Wesentlichen vertritt er (als Regierungberater!) die Ansicht, dass Russlands Grenzregionen destabilisiert werden müssen um Russland zu schwächen.

Ist nur mal ein Gedankenansatz für eine mögliche Interessenlage und lässt einen doch recht kritisch auf die Vorgänge der letzten Wochen schauen. Aber sicher gibt es es da auch noch andere Interessenlagen, wie Iak schon schrieb, haben auch die Russen sicherlich schon Pläne hinsichtlich der Krim in der Schublade gehabt. Ich würde nicht einmal ausschließen das die Filetierung der Ukraine bereits von vornherein feststand. Putin war sicher klar, dass EU und Amis ihre Finger irgendwann in der Ukraine haben werden und das er die Pro-Westlichen Teile schwer in Schach halten kann. Die Krim ist allerdings der Mindestpreis dafür. Was momentan stattfindet ist doch auch künstliches Säbelrasseln, die Sanktionen sind doch geradezu lächerlich, mehr kann sich auch gar keiner leisten. Die beiderseitige Abhängigkeit ist viel zu groß. Was mich eigentlich nur richtig ekelt ist diese furchtbare Heuchelei und Propaganda die auf beiden Seiten stattfindet...
"Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Hans Sarpei."

"Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft oder in der Weltauswahl."

"Geil, endlich Sommer...da kann ich jetzt in Shorts vorm Computer sitzen" ;D

kuala

Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag,  6 März 2014, 23:07:31
Schade dass ich mich ständig wiederholen muss: ich versuche zu relativieren!!!

:o Upps, das ist dir aber mMn kräftig misslungen. Statt wahrscheinlich gewünschter Neutralität bringst du recht häufig populistische Thesen, die auch direkt aus Putins Mund kommen könnten.  ;)

Bruno Borelli

Zur Ukraine im Besonderen muss man sicherlich noch einen anderen Aspekt betrachten. Im Prinzip ist die Ukraine historisch in 2 Teile getrennt. Auch da hat ganz besonders die jeweilige Rolle während der deutschen Besatzungszeit Spuren hinterlassen. Ähnlich wie in Jugoslawien wurden die Gräben durch ein jahrzehntelanges strenges Regime kaschiert und mit totalitärer Machtausübung kontrolliert. Was passieren kann oder vielleicht sogar zwangläufig passieren muss wurde eben im alten Jugoslawien deutlich.
Ist nun ein so zerrissenes Land mit demokratischen Mitteln überhaupt zusammenzuhalten? Auch wenn es vielleicht völkerrechtlich richtig wäre, muss man fragen, ist das auch sinnvoll für die Menschen? Geht es den Leuten in Serbien, Kroatien, Slowenien oder im Kosovo nach der Unabhängigkeit eigentlich schlechter? Auch das sollte man - auch für die Krim oder für die West- und Ost-Ukraine bedenken.
Zur Erinnerung: Die Abspaltung des Kosovo wurde von der EU und den USA maßgeblich unterstützt.
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

Bruno Borelli

#3755
Zitat von: kuala am Donnerstag,  6 März 2014, 23:33:51
Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag,  6 März 2014, 23:07:31
Schade dass ich mich ständig wiederholen muss: ich versuche zu relativieren!!!

:o Upps, das ist dir aber mMn kräftig misslungen. Statt wahrscheinlich gewünschter Neutralität bringst du recht häufig populistische Thesen, die auch direkt aus Putins Mund kommen könnten.  ;)


Gut, ich verdopple in Zukunft die Länge meiner Beiträge und schreibe die in den deutschen Leitmedien vertretenen Positionen noch ab.  ;)
Ich nehme mir auch vor in Zukunft meine Beiträge häufiger mit den Worten " Ich teile sehr viele Deiner Standpunkte, aber...." zu beginnen.  :buck:
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

kuala

Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag,  6 März 2014, 23:48:22
Zitat von: kuala am Donnerstag,  6 März 2014, 23:33:51
Zitat von: Bruno Borelli am Donnerstag,  6 März 2014, 23:07:31
Schade dass ich mich ständig wiederholen muss: ich versuche zu relativieren!!!

:o Upps, das ist dir aber mMn kräftig misslungen. Statt wahrscheinlich gewünschter Neutralität bringst du recht häufig populistische Thesen, die auch direkt aus Putins Mund kommen könnten.  ;)


Gut, ich verdopple in Zukunft die Länge meiner Beiträge und schreibe die in den deutschen Leitmedien vertretenen Positionen noch ab.  ;)
Ich nehme mir auch vor in Zukunft meine Beiträge häufiger mit den Worten " Ich teile sehr viele Deiner Standpunkte, aber...." zu beginnen.  :buck:

Dein Sarkasmus in allen Ehren, aber deine Beiträge waren teilweise ziemlich antiamerikanisch geprägt. Und dieses USA-Bashing nimmt in letzter Zeit trotz NSA-Affäre gerade in vielen Foren bekannter Magazine einfach ziemlich nervige Ausmaße an. Auch wenn ich der US-amerikanischen Regierung nicht blind vertraue, kann man doch nicht jede Krise, die den USA auch nur in geringem Ausmaß zugute kommen könnte, ihnen auch in die Schuhe schieben.

Manchmal wünscht man sich, dass die Amerikaner sich doch einfach überall raushalten sollten. Soll doch jeder diktarische Spinner machen, was er will. Ob es dann der Menschheit soviel besser geht? Ich weiß es nicht, ausschließen will ich es aber freilich auch nicht. :buck:

Walter Frosch 99

#3757
Zitat von: kuala am Freitag,  7 März 2014, 00:03:32
Dein Sarkasmus in allen Ehren, aber deine Beiträge waren teilweise ziemlich antiamerikanisch geprägt. Und dieses USA-Bashing nimmt in letzter Zeit trotz NSA-Affäre gerade in vielen Foren bekannter Magazine einfach ziemlich nervige Ausmaße an.

woher kommt das denn? Doch nicht von einfach so. Du sprichst es doch an...."trotz NSA-Affäre". Aber das ist doch nur die Spitze des Eisberges. Jeder weiß doch was in den letzten 20 Jahren lief. Da braucht man noch nicht einmal fragwürdige, aber letztendlich schwer beweisbare Sachen wie 9/11 oder die Liquidierung von Bin Laden bemühen, sondern nur auf das schauen was faktisch vorliegt. Neben der NSA-Affäre, erinnere ich an die aufgedeckten Kriegsverbrechen (Wikileaks, Bradley Manning), die Brutkastenlüge welche dazu führte, dass das Repräsentantenhaus dem 2. Golfkrieg zustimmte, die Lügen von Colin Powell vor den Vereinten Nationen als Legitimierung zum Einmarsch in den Irak, Guantanamo, Kriegsverbrechen im Irak usw. Ebenso sind dem Interessierten Leser auch die Strategiepapiere wie das PNAC bekannt, wo amerikanische Think Thanks (Rumsfeld, Cheney, Wolfowitz & Co.) ganz unverblümt beschreiben wie eine amerikanische Weltherrschaft zu erreichen ist. Wie gesagt da braucht man noch nicht einmal von unzähligen anderen Scharmützeln reden, wo Amerika beteiligt war. Die klaren Fakten reichen schon völlig aus um die amerikanische Politik massiv zu kritisieren. Wenn das für Dich alles völlig normale Vorgänge sind...dann ok, aber das eine ziemlich große Masse davon genervt ist, wirst Du ihnen ja kaum vorhalten können. Das Vertrauen bei ganzen Generationen ist da verspielt, sowas ist nicht nach 1-2 Jahren vollends vergessen. Das Vertrauen muss man eben erst zurückgewinnen, aber das wird sicherlich 1-2 Jahrzehnte dauern, wo man sich mal zusammenreißen muss und nicht von einer Scheiße in die nächste poltert.

Um aber gern Deine "Neutralität" zu bedienen: die Russen sind sicherlich nicht besser, nur haben die Amerikaner das Machtvakuum der letzten 25 Jahre "besser ausgefüllt", da es faktisch keinen ernsthaften Gegenspieler gab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Sowjets sicherlich genauso viel Dreck am Stecken und hätten sie das Machtvakuum füllen müssen, dann wäre mit Sicherheit der gleiche Rotz bei rausgekommen.

Zitat von: kuala am Freitag,  7 März 2014, 00:03:32
Manchmal wünscht man sich, dass die Amerikaner sich doch einfach überall raushalten sollten. Soll doch jeder diktarische Spinner machen, was er will. Ob es dann der Menschheit soviel besser geht? Ich weiß es nicht, ausschließen will ich es aber freilich auch nicht. :buck:

Sie brauchen sich doch gar nicht raushalten, nur sollten nicht eigene geopolitische Interessen im Vordergrund stehen. Wenn es tatsächlich um Menschenrechte ginge, gern....tut es aber mit Sicherheit nicht, weder bei den Amis, den Russen, noch sonstwem.
"Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Hans Sarpei."

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kuala

Bezüglich der von dir dargestellten Verstöße gegen Menschen- und Völkerrecht, die nachweisbar dem Verantwortungsbereich der Amerikaner zuzuordnen sind, gebe ich dir völlig recht. Die sind für mich nicht "völlig normal" und damit sehe ich die Amerikaner freilich genauso kritisch. Mein Eindruck ist jedoch, dass eben jene Verstöße der Russen (völkerrechtlich nicht ligitimierter Einmarsch in einen souveränen Staat) mit den Vergehen der Amis "relativiert" werden sollen. Wenn ich aber gerade den Einmarsch der Amis in den Irak so an den Pranger stelle, muss das absolut gleichermaßen für die Russen gelten. Da gibt es aber mal rein gar nichts zu relativieren. Und dann kommt eben noch das von mir bereits angedeutete Übermaß, mit dem die Amerikaner betrachtet werden, hinzu, was - nach meinem Eindruck - einseitig zu Lasten der Amerikaner ausfällt, obwohl - wie du es bereits ansprichst - die Russen keinen Deut besser sind. Da gibt es sicher genauso viele politische Kräfte, vermeintliche Think Thanks o.ä., die die Weltherrschaft anstreben.

Die Amis haben sicher viel Vertrauen verspielt, aber muss ich denn diese politisch schwierige Situation, in der sich die Ukraine nicht erst seit den Aufständen auf den Maidan befindet, damit begegnen, indem ich Verschwörungstheorien auspacke, mit deren Verweis versucht wird, auch diese Situation in der Ukraine den Amerikanern zuzurechnen? Du sprichst dabei selbst immer mal wieder 9/11, Bin Laden etc. an. Bruno bringt jetzt noch die Wirtschaftskrise in Europa ins Spiel, die - wenn ich ihn richtig verstanden haben - nach seiner Einschätzung durchaus auch von der amerikanischen Politik forciert wurde ::) . Mit ähnlichen Argumenten zugunsten dieser Therien könnte man genauso die Russen, Chinesen oder sonstwer ins Spiel bringen. Weil die Russen zunehmend ebenso Vertrauen verspielen, müsste man in dieser Konsequenz wohl langsam damit anfangen. Das ist mir zu einfach. 

Bruno Borelli

Zitat von: kuala am Freitag,  7 März 2014, 09:54:30
Bezüglich der von dir dargestellten Verstöße gegen Menschen- und Völkerrecht, die nachweisbar dem Verantwortungsbereich der Amerikaner zuzuordnen sind, gebe ich dir völlig recht. Die sind für mich nicht "völlig normal" und damit sehe ich die Amerikaner freilich genauso kritisch. Mein Eindruck ist jedoch, dass eben jene Verstöße der Russen (völkerrechtlich nicht ligitimierter Einmarsch in einen souveränen Staat) mit den Vergehen der Amis "relativiert" werden sollen. Wenn ich aber gerade den Einmarsch der Amis in den Irak so an den Pranger stelle, muss das absolut gleichermaßen für die Russen gelten. Da gibt es aber mal rein gar nichts zu relativieren. Und dann kommt eben noch das von mir bereits angedeutete Übermaß, mit dem die Amerikaner betrachtet werden, hinzu, was - nach meinem Eindruck - einseitig zu Lasten der Amerikaner ausfällt, obwohl - wie du es bereits ansprichst - die Russen keinen Deut besser sind. Da gibt es sicher genauso viele politische Kräfte, vermeintliche Think Thanks o.ä., die die Weltherrschaft anstreben.

Das wiederholte Fehlverhalten gibt und gab es also auf "beiden" Seiten, darin sind wir uns absolut einig. Nur ist da trotzdem ein kleiner Unterschied: Wie wurde auf amerikanisches (Fehl)Verhalten von der Staatengemeinschaft, von der EU, von Russland, von China, von Deutschland reagiert, speziell beim Einmarsch in den Irak, bei den Menschenrechtsverstößen dort, beim NSA-Skandal? Was sind die Konsequenzen? Sanktionen? UN-Resolutionen? Einreiseverbote für Amerikaner und Kontosperrungen  :buck: ;) ?
Das ist eben das Problem, die Amerikaner machen halt einfach und außer moralischem Gegenwind haben sie innerhalb der Staatengemeinschaft rein gar nichts zu fürchten.

Bei den Chinesen oder den Russen wird bereits mit Sanktionen, Boykot oder Einschränkung von diplomatischen Beziehungen gedroht, wenn in den Staaten ein Regierungsgegner unter Hausarrest gestellt wird oder die Haltung gegenüber Homosexueller nicht ins westliche Leitbild passt. Hier im aktuellen Fall der militärischen Besetzung der Krim, wird z.B. angekündigt, die baltischen Staaten militärisch zu unterstützen. Ich finde schon, dass das eine Rolle bei der Betrachtung spielen sollte.
Selbst wenn ich sage "ja, Putin müssen in einigen Punkten auch Grenzen aufgezeigt werden", muss ich das um glaubwürdig zu erscheinen und zu handeln auch bei amerikanischem "Fehlverhalten" tun. Diese Nation oder diesen Staatenbund, der das tut, sehe ich nicht.  :noahnung:
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

kuala

Da gebe ich dir grundsätzlich Recht. Aber wir sind uns doch auch einig, dass die jetzt verhängten Sanktionen Peanuts sind. Genauso hat doch Russland in der Vergangenheit genauso mit den Säbeln gerasselt oder provoziert (Aufenthaltsrecht für Snowden etc.).

Üblicherweise verbleibt es doch bei den üblichen Drohgebährden, die genauso von Russen und Chinesen etc. ausgehen. Dass Europa sich dann üblicherweise auf Seiten der Amerikaner stellt, ist selbstredend (NATO etc.). Genauso stellt sich dann aber China auf die Seite Russlands (Syrien) oder Russland auf die Seite Chinas. So ist das halt.

Ich stimme absolut darüber überein, dass es die westlichen Medien, aber auch die Politik - gerade was Forderungen zur Demokratie, Pressefreiheit etc. in China und Russland anbelangt - absolut übertreibt. Was selbst in den USA, aber auch in Europa Jahrzehnte gedauert hat, kannst du nicht in wenigen Jahren in diesen Ländern erreichen, selbst, wenn es gewollt ist. Ich habe mal mit einer Chinesin darüber gesprochen, die meinte, bei dem riesigen Volk in China würde das Chaos ausbrechen, wenn du dort von heut auf morgen demokratische Maßstäbe ansetzen würdest, wie sie bei uns gelten.

Walter Frosch 99

Zitat von: kuala am Freitag,  7 März 2014, 11:07:50
Ich stimme absolut darüber überein, dass es die westlichen Medien, aber auch die Politik - gerade was Forderungen zur Demokratie, Pressefreiheit etc. in China und Russland anbelangt - absolut übertreibt. Was selbst in den USA, aber auch in Europa Jahrzehnte gedauert hat, kannst du nicht in wenigen Jahren in diesen Ländern erreichen, selbst, wenn es gewollt ist. Ich habe mal mit einer Chinesin darüber gesprochen, die meinte, bei dem riesigen Volk in China würde das Chaos ausbrechen, wenn du dort von heut auf morgen demokratische Maßstäbe ansetzen würdest, wie sie bei uns gelten.

Da sind wir 100% einer Meinung. Daher denke ich auch, dass Putin zwar nach unseren Maßstäben kein "lupenreiner Demokrat" (G. Schröder) ist und aus westlicher Sicht eine Fehlbesetzung, betrachtet man es aber aus russischer Sicht, dann sieht die Sache eben anders aus.

Wie auch China, kannst Du einem Land wie Russland nicht von Heute auf Morgen unsere "Demokratie" und Wertevorstellungen überbügeln. Putin hat das Land nach dem wirtschaftlich und politischen Zusammenbruch, gefolgt von Suffkopp Jelzin und den Ausverkauf des Landes durch Oligarchen erstmal einigermaßen wieder stabilisiert. Klingt zwar aus unserer Sicht vielleicht fragwürdig, aber da muss man auch mal mit harter Hand regieren. Du musst die Oligarchen im Zaum halten und dann auch mal ein Exempel statuieren (Chodorkowski), viele Ethnien mit Abspaltungstendenzen müssen zusammengehalten werden usw. Wenn man Russland mit dem Stil einer Angela Merkel regieren würde, wäre das eine Katastrophe. Auch wenn die Meinung sicher nicht jeder teilt, aber ich denke für Russland gäbe es weitaus schlimmere Kanditaten als Präsident. Wie gesagt aus russischer Sicht und im Umkehrschluss heißt das auch nicht, dass man Putin deswegen toll finden muss.
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fairerSportler

Hach ja. Ihr begreift das Problem nicht :noahnung:

Es geht nicht drum was die Amis mal getan haben oder welche Konsequenzen diese deswegen bekommen haben.

Es geht darum, dass sich russische Truppen auf fremdem Territorrium befinden- nunmehr seit mehr als ner Woche - die dortigen Truppen zur Aufgabe bzw. zum Überlaufen "bewegen" wollen, militärisches Material zerstören etc. . Das kann nicht sein. Und sie machen das bereits das zweite, bzw. wenn man Transnistrien nimmt, das dritte Mal. Lasse sie dort gewähren und sie marschieren als nächstes im Donbassbecken ein. Lasse sie dort gewähren und dann kommt die Region um Odessa. Lasse sie dort gewähren und Weißrussland ist plötzlich wieder russisch- und dann, ja dann reden wir vom Baltikum und von Finnland (frag mal einen Finnen, was er von den Russen hält - ist bei uns unbekannt, aber der erste Überfall des zweiten Weltkrieges fand nicht in Polen statt......). Merkt euch meine Rede. Alle unsere Politiker sind hier viel zu weich. Mich erinnert das alles fatal an die Zeit zwischen 1936 und 1938. Hört euch die "Peace for our time" Rede an, die würdet ihr vermutlich alle unterschreiben - ich nicht.

Ach und einen feinen Unterschied  zu den USA gibt es auch: Die haben meines Wissens nach im letzten Jahrhundert nie einen Krieg geführt der zur Annexion (ok, bis auf die pazifischen Inselgebiete wie Guam, welche sie nach dem zweiten Weltkrieg erhalten haben) bzw. Vereinigung mit ihrem Territorium führte.
Wie gesagt, die USA haben viel Mist gemacht und müssen dafür genauso kritisiert werden, aber ich glaube ihr versteht die Dimension nicht. Unsere Politiker verstehen sie anscheinend schon, nur sind sie zu feige die Konsequenzen zu ziehen.....

Walter Frosch 99

Zitat von: fairerSportler am Freitag,  7 März 2014, 15:19:12
Es geht nicht drum was die Amis mal getan haben oder welche Konsequenzen diese deswegen bekommen haben.

wenn es nicht darum geht was mal getan wurde, dann müssen wir ja nur einfach ein paar Wochen warten, dann geht es auch nicht mehr darum was die Russen mal getan haben. Was ist denn das für eine Logik?

ZitatAch und einen feinen Unterschied  zu den USA gibt es auch: Die haben meines Wissens nach im letzten Jahrhundert nie einen Krieg geführt der zur Annexion (ok, bis auf die pazifischen Inselgebiete wie Guam, welche sie nach dem zweiten Weltkrieg erhalten haben) bzw. Vereinigung mit ihrem Territorium führte.

Was ist denn das für ein Vergleich? Wen sollen die Amis an Ihren Grenzen denn annektieren? Kanada? Mexiko? Genausowenig werden die Russen die Mongolei oder Norwegen annektieren. Die Krim ist doch historisch eine völlig andere Geschichte. Beim Anschluss an die Ukraine fand damals ein Referendum statt, in dem damals nur knapp über 50% dafür stimmten (und die politische Stimmungslage eine ganz andere war). Die Lage änderte sich allerdings schnell und ein weiteres Referendum über die Unabhängigkeit der Krim wurde von Seiten der Ukraine mit politischem Druck unterbunden. Hätte die Ukraine der Krim das Recht eines weiteren Referendums gebilligt (und nicht nur dann wenn es dem eigenen Vorteil dient), wäre es schon seit 20 Jahren kein ukrainisches Staatsgebiet mehr. Im Endeffekt hat die Ukraine die Krim auch nur annektiert, zwar nicht militärisch, aber zumindest gegen den Willen der Bevölkerung.

Natürlich haben russische Militärs nichts auf fremdem Staatsgebiet zu suchen, genauso wenig darf die Ukraine imo der Krim ein berechtigtes Referendum verweigern. Wenn die ukrainische Übergangsregierung schon die Verhaftung der Krim-Regierung anordnet um ein solches Referendum zu unterbinden, dann wird von Seiten der Russen nach Ihrem Verständniss maximal Unrecht mit Unrecht gebrochen, indem Sie eben genau dieses verhindern wollen. Die wissen auch das sie das Spiel nicht lange spielen müssen, denn das Referendum ist ja nun wohl bereits in 9 Tagen und wird wohl ziemlich klar pro Russland ausfallen. Nachdem der Russe das Referendum "geschützt" hat, kann er sich genüsslich zurückziehen, da es für die Ukraine ziemlich schwer sein dürfte gegen ein Referendum anzugehen. Ein Bürgerkrieg dürfte sonst vorprogrammiert sein. Rein formal wird es für die Russen dann auch kein Krieg zur Annexion von Staatsgebiet sein.
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Iak

Zitat von: Walter Frosch 99 am Freitag,  7 März 2014, 16:22:57
Natürlich haben russische Militärs nichts auf fremdem Staatsgebiet zu suchen, genauso wenig darf die Ukraine imo der Krim ein berechtigtes Referendum verweigern. Wenn die ukrainische Übergangsregierung schon die Verhaftung der Krim-Regierung anordnet um ein solches Referendum zu unterbinden, dann wird von Seiten der Russen nach Ihrem Verständniss maximal Unrecht mit Unrecht gebrochen, indem Sie eben genau dieses verhindern wollen. Die wissen auch das sie das Spiel nicht lange spielen müssen, denn das Referendum ist ja nun wohl bereits in 9 Tagen und wird wohl ziemlich klar pro Russland ausfallen. Nachdem der Russe das Referendum "geschützt" hat, kann er sich genüsslich zurückziehen, da es für die Ukraine ziemlich schwer sein dürfte gegen ein Referendum anzugehen. Ein Bürgerkrieg dürfte sonst vorprogrammiert sein. Rein formal wird es für die Russen dann auch kein Krieg zur Annexion von Staatsgebiet sein.

Der Zeitpunkt und die Art und Weise des Zustandekommens des Referendums sind aber äußerst zweifelhaft und meines Erachtens nicht mit demokratischen Standards zu erklären. Niemand bestreitet, dass es Unabhängigkeitsbewegungen geben sollte. Selbst die Schotten dürfen über die Unabhängigkeit abstimmen ;) Allerdings kann doch nicht von einem normalen Referendum die Rede sein, wenn 30.000 russische Soldaten auf der Krim stehen. Sowas sollte im Normalfall mit der Zentralregierung verhandelt werden, dann sollte die Bevölkerung informiert werden, um sich basierend auf Grundlage der Informationen zu entscheiden.
Im Moment inszeniert Russland dort einen Staatsstreich und da kann ich die aktuelle Position der Zentralregierung gut verstehen. Ein solches Zwangsreferendum ist nicht akzeptabel.


Noch etwas anderes: NDR Zapp zur Ukraine Berichterstattung deutscher Medien
"Wahrheit spricht für sich allein - aber Lüge spricht durch Presse und Rundfunk."  Victor Klemperer (1881-1960)