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Politik-Diskussions Thread

Begonnen von vitaminbonbon, Sonntag, 18 November 2007, 23:12:07

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Walter Frosch 99

Zitat von: HobbesTheOne 99 am Sonntag, 13 März 2011, 21:34:46
@Steffen: es ging auch nicht ums Fahne in den Wind hängen oder Meinung nicht mehr sagen dürfen. Ich kritisiere diese Aussagen (zu denen diese Parteien schon lange stehen) zu einem Zeitpunkt, wo das Beben keine 2 Tage her ist, wo noch (Zehn)Tausende vermisst werden, Rettungsmannschaften nach Verschütteten suchen, viele ihre Angehörigen, Freunde nicht erreichen können. Da finde ich diese Debatte einfach geschmacklos. Kann man nicht einfach mal, auch in der Politik oder gerade dort, etwas mehr "menscheln" und noch 2-3 Tage damit warten? Auch dann wäre dieses Thema noch aktuell, is ja nicht so das wir heute Landtagswahlen hatten.


Prinzipiell versteh ich was Du meinst und in vielen anders gelagerten Fällen geh ich da konform mit Dir. Bei einer Überschwemmung z.B. in Deutschland gebietet es der Anstand damit Parteipolitik zu machen. Aber seien wir mal ehrlich, was dort in Japan passiert ist, ist sehr weit weg...wir können da nur in begrenztem Maß helfen und werden das sicher auch bestmöglichst tun. Dadurch das wir des Thema jetzt wieder auf den Tisch bringen, ändert ja nix an der Anteilnahme die man mit den Japanern hat. Das Thema ist eben aktuell und ich fände es nur verwerflich wenn eine Partei jetzt von ihrem vorherigen Standpunkt abweichen würde um auf Stimmenfang zu gehen. Atomkraftgegner demonstrieren seit Jahrzehnten, ebenso wie SPD und Gründe den Atomausstieg fordern...sie wurden nie erhört. Ist es ihnen zu verübeln, wenn Sie nun die Chance haben Gehör zu finden und nicht mundtot gemacht werden wollen um sie dann in wenigen Wochen wieder nicht erhören zu wollen?

Zitat von: HobbesTheOne 99 am Sonntag, 13 März 2011, 21:34:46
Der Vergleich zum Autoverkehr war um die Risiken zu zeigen, die überall existieren, wo der Mensch ein Faktor ist und das wir damit alltäglich leben und es in Kauf nehmen. Ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Atomunfall zu sterben höher oder niedriger als die bei einem Autounfall ums Leben zu kommen? Interessante Frage, die mir dabei in den Sinn kam.

Vermutlich wohl bei einem Autounfall. Wobei die Opfer im Tschernobyl (kurzfristig + langfristig) sicher für viele Jahre reichen um Verkehrstote aufzuwiegen. Atomunfälle haben aber zumindest eine sehr langfristige Auswirkung. Der Unterschied ist aber der, dass Transport & Fortbewegung alternativlos ist (auch wenn ich vom Auto auf Fuß, Flugzeug oder Schiene umsteige) im Gegensatz zu Atomstrom. Zudem sind die Auswirkungen auf die gesamte Umwelt nicht vergleichbar...

Zitat von: HobbesTheOne 99 am Sonntag, 13 März 2011, 21:34:46
30-50 Jahre für die Kernfusion? Hab letztens mit nem Physiker drüber gequatscht und der meinte so wie das derzeit läuft wohl eher noch deutlich länger, fehlt wohl v.a. am Geld und dem Willen dazu, dies möglichst rasch umzusetzen. Wir Deutschen forschen ja eh nicht mehr in Richtung Atomenergie, der Forschungszweig ist kaum noch existent, wobei ich mir grade was Fusion, Aufbewahrung und mögliches Endlager deutlich mehr finanzielle Mittel wünschen würde. Wir haben den Müll, irgendwas muss damit gemacht werden, egal ob wir nun heute oder morgen aus der Kernenergie aussteigen.

ja das ist sicher ein Problem, aber genau dazu ist eben die Politik da um eben dieses zu regeln. Warum sollte ich als Energiekonzern an teurer Forschung interessiert sein, wenn ich doch lieber gutes Geld mit längst abgeschriebenen AKW machen kann? Ohne etwas Druck von außen wird da auch nicht viel passieren...

"Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Hans Sarpei."

"Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft oder in der Weltauswahl."

"Geil, endlich Sommer...da kann ich jetzt in Shorts vorm Computer sitzen" ;D

Herr_Rausragend

Zitat von: Steffen 99 am Sonntag, 13 März 2011, 22:04:15
Zitat von: HobbesTheOne 99 am Sonntag, 13 März 2011, 21:34:46
30-50 Jahre für die Kernfusion? Hab letztens mit nem Physiker drüber gequatscht und der meinte so wie das derzeit läuft wohl eher noch deutlich länger, fehlt wohl v.a. am Geld und dem Willen dazu, dies möglichst rasch umzusetzen. Wir Deutschen forschen ja eh nicht mehr in Richtung Atomenergie, der Forschungszweig ist kaum noch existent, wobei ich mir grade was Fusion, Aufbewahrung und mögliches Endlager deutlich mehr finanzielle Mittel wünschen würde. Wir haben den Müll, irgendwas muss damit gemacht werden, egal ob wir nun heute oder morgen aus der Kernenergie aussteigen.

ja das ist sicher ein Problem, aber genau dazu ist eben die Politik da um eben dieses zu regeln. Warum sollte ich als Energiekonzern an teurer Forschung interessiert sein, wenn ich doch lieber gutes Geld mit längst abgeschriebenen AKW machen kann? Ohne etwas Druck von außen wird da auch nicht viel passieren...


Wenn ich denn für "saubere" Fusionsreaktoren bin wäre das dann doch gerade ein Argument für das Beibehalten an der Atomenergie, da kann man dann doch jetzt nicht nach dem Ausstieg rufen und dann hoffen dass wir irgendwann einmal sauber Strom herbeifusionieren können ?! Genau das aber scheint doch derzeit nicht gewollt zu sein bzw. wird den Konservativen zum Vorwurf gereicht.

Kernfusion ist doch nun wirklich noch Zukunftsmusik. Bis man die verantworten möchte, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Bis dahin brauch es doch das klare Bekenntnis für Atomenergie, sonst schafft man wie ja auch bereits geschrieben worden ist überhaupt gar keine Basis für aufwendige Forschung. Frankreich hat sich das 2005 ins Gesetz geschrieben und die ziehen das durch. Ob man wirklich 80% über Kernenergie regeln muss und diese vermeintlich saubere Energie längerfristig indirekt auch auf die Straße bringen will (Elektroautos) ist für den Moment und in Anbetracht solcher Katastrophen sicherlich fraglich - aber wir brauchen doch nicht von der Zukunft zu träumen wenn man diesen Weg im hier und jetzt abschwören möchte.

Und wer schon die herkömmlichen AKWs nicht mochte wird irgendwo dann auch mit Fusionsreaktoren seine Probleme haben. Gegen Unfälle und Katastrophen sind auch die nicht 100% abzusichern und wenn dann tatsächlich mal was passiert wage ich auch ohne große Fachkenntnis zu behaupten, dass des dann alles bisherige noch deutlich in den Schatten stellen würde.
Rechtschreibfehler dienen der allgemeinen Belustigung und sind als solche natürlich beabsichtigt! Wer einen findet, darf ihn behalten ;)

Red Devil

#2567
Zitat von: Red Devil am Sonntag, 13 März 2011, 17:35:43
Zitat von: piTTi am Sonntag, 13 März 2011, 17:15:07
Jetzt ist im dritten AKW das Kühlsystem ausgefallen. :noahnung:

Fukushima reaktor 1 und 3 mit möglicher kernschmelze
um Onagawa wird erhöhte strahlung gemessen

und jetzt ist in Tokai ebenfalls die kühlung ausgefallen



von N-TV
+++ 23.24 Entwarnung für AKW Onagawa +++
Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde sinkt der Grad der Radioaktivität am Atomkraftwerk Onagawa wieder auf ein normales Niveau. Zuvor war für das Akw im Nordosten des Landes, in dem es nach dem schweren Erdbeben gebrannt hatte, wegen überhöhter Radioaktivität der atomare Notstand ausgerufen worden. Offenbar stammte die gemessene erhöhte Radioaktivität rund um den Komplex von der Anlage in Fukushima.


ähm, hab mal gegoogelt wie weit die auseinander seien könnten (klar das AKW liegt an der küste und ne so weit im inneren). sind schon paar kilometer, westwind haben die auch, aber eh so ne radioaktive wolke doch ankommt verliert die doch an stärke oder ne? verflüchtigung usw.
,
wie hoch muss da die strahlung in fukushima erst sein?
obwohl die schutzhülle ja der explosion stand gehalten haben soll?
Guten Tag, Ich trink Ouzo! Was machst Du so?

Alle Kinder lieben Lasagne, ausser Ronny der mag Pony^^

Walter Frosch 99

Zitat von: Herr_Rausragend am Montag, 14 März 2011, 00:01:37
Zitat von: Steffen 99 am Sonntag, 13 März 2011, 22:04:15
Zitat von: HobbesTheOne 99 am Sonntag, 13 März 2011, 21:34:46
30-50 Jahre für die Kernfusion? Hab letztens mit nem Physiker drüber gequatscht und der meinte so wie das derzeit läuft wohl eher noch deutlich länger, fehlt wohl v.a. am Geld und dem Willen dazu, dies möglichst rasch umzusetzen. Wir Deutschen forschen ja eh nicht mehr in Richtung Atomenergie, der Forschungszweig ist kaum noch existent, wobei ich mir grade was Fusion, Aufbewahrung und mögliches Endlager deutlich mehr finanzielle Mittel wünschen würde. Wir haben den Müll, irgendwas muss damit gemacht werden, egal ob wir nun heute oder morgen aus der Kernenergie aussteigen.

ja das ist sicher ein Problem, aber genau dazu ist eben die Politik da um eben dieses zu regeln. Warum sollte ich als Energiekonzern an teurer Forschung interessiert sein, wenn ich doch lieber gutes Geld mit längst abgeschriebenen AKW machen kann? Ohne etwas Druck von außen wird da auch nicht viel passieren...


Wenn ich denn für "saubere" Fusionsreaktoren bin wäre das dann doch gerade ein Argument für das Beibehalten an der Atomenergie, da kann man dann doch jetzt nicht nach dem Ausstieg rufen und dann hoffen dass wir irgendwann einmal sauber Strom herbeifusionieren können ?! Genau das aber scheint doch derzeit nicht gewollt zu sein bzw. wird den Konservativen zum Vorwurf gereicht.

Kernfusion ist doch nun wirklich noch Zukunftsmusik. Bis man die verantworten möchte, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Bis dahin brauch es doch das klare Bekenntnis für Atomenergie, sonst schafft man wie ja auch bereits geschrieben worden ist überhaupt gar keine Basis für aufwendige Forschung. Frankreich hat sich das 2005 ins Gesetz geschrieben und die ziehen das durch. Ob man wirklich 80% über Kernenergie regeln muss und diese vermeintlich saubere Energie längerfristig indirekt auch auf die Straße bringen will (Elektroautos) ist für den Moment und in Anbetracht solcher Katastrophen sicherlich fraglich - aber wir brauchen doch nicht von der Zukunft zu träumen wenn man diesen Weg im hier und jetzt abschwören möchte.

Und wer schon die herkömmlichen AKWs nicht mochte wird irgendwo dann auch mit Fusionsreaktoren seine Probleme haben. Gegen Unfälle und Katastrophen sind auch die nicht 100% abzusichern und wenn dann tatsächlich mal was passiert wage ich auch ohne große Fachkenntnis zu behaupten, dass des dann alles bisherige noch deutlich in den Schatten stellen würde.

allerdings solltest Du Dich wenigstens erstmal kurz mit Kernfusion auseinandersetzen und Deinen Text dann noch einmal lesen! ::)

Kernfusion und Kernspaltung sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, außer das Wort "Kern" gibts da wenig Gemeinsamkeiten. Da gibt's gar nix "zu verantworten" und bei einem Problemfall wird überhaupt nicht "alles bisherige in den Schatten gestellt". Wenn ein Fusionsreaktor abgestellt wird oder nur geringe Abweichungen der erzeugten Bedingungen auftreten, kommt die Fusion sofort zum erliegen, das Plasma selbst kühlt sofort aus sobald es die Reaktorwand berührt. Kernfusion technisch umzusetzen ist zwar nicht so einfach, die Technologie an sich relativ ungefährlich im Vergleich zur Kernspaltung. Da ein Fusionsreaktor nicht explodieren oder beschädigt werden kann, ist die Gefahr das radioaktive Stoffe (die ohnehin nur in geringem Maß anfallen und eine kurze Halbwertzeit besitzen....somit selbst bei einer Freisetzung das Gebiet nach wenigen Jahren wieder besiedelbar wäre) in die Umwelt gelangen praktisch ausgeschlossen. Ebenso ist keine Endlagerung radioaktiver Stoffe notwendig.

Hier mal noch ein weiterführender Link zur Wirkungsweise und Sicherheit:

http://www.g-o.de/wissen-aktuell-4240-2006-02-03.html

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Profi82

Mal am Rande, wie andere (riesige) Volkswirtschaften während dieser Katastrophe mit dem Thema Atomenergie umgehen  ::) :

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,750730,00.html

Bruno Borelli

Zitat von: Profi82 am Montag, 14 März 2011, 10:30:12
Mal am Rande, wie andere (riesige) Volkswirtschaften während dieser Katastrophe mit dem Thema Atomenergie umgehen  ::) :

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,750730,00.html

Bisher konnte man ja sagen, dass es uns nicht interessiert, wenn in China ein Sack Reis umfällt.  ;)  Bei einem strahlenden Atomkraftwerk siehts dann etwas anders aus.  :-\  Und trotzdem: Klar wäre es erstrebenswert wenn eine globale Abschaltung aller AKW erreicht würde, aber es ist für mich doch noch ein Unterschied, ob ein AKW in Italien, Rumänien, China oder den USA in die Luft fliegt oder in Bayern, NRW oder BW.

Hier paar sehr interessante Meldungen aus dem Spiegel-News-Ticker:

+++ Söder: "Japan ändert alles" +++
[10.01 Uhr] Der bayerische Umweltminister Markus Söder will die deutsche Atompolitik nach den Katastrophen in Japan grundsätzlich überprüfen. "Ich glaube, dass Japan generell alles ändert, auch bei mir", sagte der CSU-Politiker im Bayerischen Rundfunk. Sicherheitsaspekte müssten umfassend neu diskutiert werden. Dazu gehörten alle möglichen Risiken - auch Flugzeugabstürze. Söder forderte auch eine neue Diskussion über die von Union und FDP Ende vergangenen Jahres gegen heftigen Widerstand durchgesetzte Verlängerung der Laufzeit der deutschen Kernkraftwerke.

+++ USA ziehen Schiffe und Flugzeuge von Fukushima zurück +++
[8.35 Uhr] Die U.S. Navy hat ihre Schiffe und Flugzeuge den Kurs ändern lassen. Man habe sie zurückgezogen, nachdem der Flugzeugträger "Ronald Reagan" rund 160 Kilometer vor der Küste Radioaktivität gemessen habe, teilte die siebte Flotte mit. Die Menge der Strahlung habe ungefähr der Menge entsprochen, der man in einer normalen Umgebung in einem Monat ausgesetzt sei. Die Schiffe und Flugzeuge waren in Richtung des Unglückskraftwerks Fukushima unterwegs.


Nach Entwarnung sieht das nicht aus!  ::) :-\
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

Walter Frosch 99

Zitat von: Profi82 am Montag, 14 März 2011, 10:30:12
Mal am Rande, wie andere (riesige) Volkswirtschaften während dieser Katastrophe mit dem Thema Atomenergie umgehen  ::) :

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,750730,00.html

genauso wie denen jede Debatte egal ist, würde die Politik dort auch nur mit der Schulter zucken wenn ein paar hunderttausend Chinesen verstrahlt würden....gibt ja noch genügend andere ::) . Die würden im Falle einer Katastrophe mit dem Thema kaum anders als die Russen umgehen. Wohl so viel verheimlichen wie es geht und mit dem Einsatz von Liquidatoren hätten die sicher auch gar kein Problem...
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pizzapasta

Zitat von: Bruno Borelli am Montag, 14 März 2011, 10:46:12
Zitat von: Profi82 am Montag, 14 März 2011, 10:30:12
Mal am Rande, wie andere (riesige) Volkswirtschaften während dieser Katastrophe mit dem Thema Atomenergie umgehen  ::) :

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,750730,00.html

Bisher konnte man ja sagen, dass es uns nicht interessiert, wenn in China ein Sack Reis umfällt.  ;)  Bei einem strahlenden Atomkraftwerk siehts dann etwas anders aus.  :-\  Und trotzdem: Klar wäre es erstrebenswert wenn eine globale Abschaltung aller AKW erreicht würde, aber es ist für mich doch noch ein Unterschied, ob ein AKW in Italien, Rumänien, China oder den USA in die Luft fliegt oder in Bayern, NRW oder BW.

Hier paar sehr interessante Meldungen aus dem Spiegel-News-Ticker:

+++ Söder: "Japan ändert alles" +++
[10.01 Uhr] Der bayerische Umweltminister Markus Söder will die deutsche Atompolitik nach den Katastrophen in Japan grundsätzlich überprüfen. "Ich glaube, dass Japan generell alles ändert, auch bei mir", sagte der CSU-Politiker im Bayerischen Rundfunk. Sicherheitsaspekte müssten umfassend neu diskutiert werden. Dazu gehörten alle möglichen Risiken - auch Flugzeugabstürze. Söder forderte auch eine neue Diskussion über die von Union und FDP Ende vergangenen Jahres gegen heftigen Widerstand durchgesetzte Verlängerung der Laufzeit der deutschen Kernkraftwerke.

+++ USA ziehen Schiffe und Flugzeuge von Fukushima zurück +++
[8.35 Uhr] Die U.S. Navy hat ihre Schiffe und Flugzeuge den Kurs ändern lassen. Man habe sie zurückgezogen, nachdem der Flugzeugträger "Ronald Reagan" rund 160 Kilometer vor der Küste Radioaktivität gemessen habe, teilte die siebte Flotte mit. Die Menge der Strahlung habe ungefähr der Menge entsprochen, der man in einer normalen Umgebung in einem Monat ausgesetzt sei. Die Schiffe und Flugzeuge waren in Richtung des Unglückskraftwerks Fukushima unterwegs.


Nach Entwarnung sieht das nicht aus!  ::) :-\

Söder gehört zu denen, die nun wirklich immer jedem Thema hinterher springen. Aber wenn die USA ihre Schiffe (die eigentlich helfen sollten) aus 160km Entfernung abziehen, weil ihnen das Risiko zu groß ist, verheißt das nichts gutes für Tokyo.  :-\

Profi82

Zitat+++ Westerwelle erwägt Aussetzung der Laufzeitverlängerung +++
[10.53 Uhr] Vizekanzler Guido Westerwelle hält einen vorübergehenden Ausstieg aus der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für denkbar. "Ich kann mir das vorstellen", sagte der Außenminister. Zugleich forderte Westerwelle die Bildung einer Expertenkommission: "Wir brauchen auch eine neue Risikoanalyse." Sollte sich herausstellen, dass die Kühlsysteme einzelner deutscher Kraftwerke nicht mehrfach gesichert seien, müssten die entsprechenden Meiler solange abgeschaltet werden, "bis die Lage völlig klar ist". Sicherheit habe Vorrang.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750629,00.html

Mr. Bumma

Zitat von: Profi82 am Montag, 14 März 2011, 11:03:56
Zitat+++ Westerwelle erwägt Aussetzung der Laufzeitverlängerung +++
[10.53 Uhr] Vizekanzler Guido Westerwelle hält einen vorübergehenden Ausstieg aus der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für denkbar. "Ich kann mir das vorstellen", sagte der Außenminister. Zugleich forderte Westerwelle die Bildung einer Expertenkommission: "Wir brauchen auch eine neue Risikoanalyse." Sollte sich herausstellen, dass die Kühlsysteme einzelner deutscher Kraftwerke nicht mehrfach gesichert seien, müssten die entsprechenden Meiler solange abgeschaltet werden, "bis die Lage völlig klar ist". Sicherheit habe Vorrang.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750629,00.html

Grad gelesen ->  :great:
Lieber dumm gestellt, als dumm gelaufen.

Aalejandro

Zitat von: Mr. Bumma am Montag, 14 März 2011, 11:54:36
Zitat von: Profi82 am Montag, 14 März 2011, 11:03:56
Zitat+++ Westerwelle erwägt Aussetzung der Laufzeitverlängerung +++
[10.53 Uhr] Vizekanzler Guido Westerwelle hält einen vorübergehenden Ausstieg aus der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für denkbar. "Ich kann mir das vorstellen", sagte der Außenminister. Zugleich forderte Westerwelle die Bildung einer Expertenkommission: "Wir brauchen auch eine neue Risikoanalyse." Sollte sich herausstellen, dass die Kühlsysteme einzelner deutscher Kraftwerke nicht mehrfach gesichert seien, müssten die entsprechenden Meiler solange abgeschaltet werden, "bis die Lage völlig klar ist". Sicherheit habe Vorrang.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750629,00.html

Grad gelesen ->  :great:

is doch aber auch nur lauwarmes Geschwätz... ::)
Warum bistn du so?!? :buck:

Red Devil

#2576
+++ 12.08 Kernschmelze in Fukushima nicht auszuschließen +++
Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I spitzt sich die Lage dramatisch zu. Wie die Agentur Jiji berichtet, ist eine Kernschmelze in Reaktor Zwei nicht mehr auszuschließen. Dort lägen die Brennstäbe mittlerweile ganz trocken und würden nicht mehr von Kühlwasser bedeckt, schreibt die Agentur unter Berufung auf den Betreiber Tepco.


::)
Guten Tag, Ich trink Ouzo! Was machst Du so?

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Profi82

Zitat von: Red Devil am Montag, 14 März 2011, 12:41:02
+++ 12.08 Kernschmelze in Fukushima nicht auszuschließen +++
Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I spitzt sich die Lage dramatisch zu. Wie die Agentur Jiji berichtet, ist eine Kernschmelze in Reaktor Zwei nicht mehr auszuschließen. Dort lägen die Brennstäbe mittlerweile ganz trocken und würden nicht mehr von Kühlwasser bedeckt, schreibt die Agentur unter Berufung auf den Betreiber Tepco.


::)

So sah es aber da noch heute vormittag aus:

Zitat
+++ AKW-Betreiberfirma: Meerwasser kühlt Reaktoren +++
[9.52 Uhr] Nach Angaben der Betreiberfirma Tepco hat die Einleitung von Meerwasser eine Überhitzung des Reaktors 2 im Kernkraftwerk Fukushima 1 (Daiichi) verhindert. Die Temperatur im Reaktor sei auf unter 100 Grad Celsius gesunken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji. Die japanische Atomaufsicht schließt eine Katastrophe wie vor 25 Jahren in Tschernobyl aus, wie der Minister für Nationale Strategie, Koichiro Genba, laut Jiji sagte.


Na was den nun? Also da is sicher auch die ein oder andere Panikmeldung dabei.  ::)  Die Frage ist nun, wer recht hat.

Mal was anderes am Rande:

Zitat
+++ Absatz von Geigerzählern in Deutschland rasant gestiegen +++
[13.00 Uhr] Die Angst vor der nuklearen Verseuchung steigt auch in Deutschland: Nach den Reaktorunfällen in Japan ist in deutschen Fachmärkten die Nachfrage nach Strahlungs-Messgeräten groß. "Es gibt eine immense Absatzsteigerung. Wir haben in den vergangenen Tagen Hunderte Geräte verkauft", sagte ein Sprecher des bundesweiten Elektronikfachmarktes Conrad am Montag. "Nach Geigerzählern fragt sonst kaum ein Kunde. Das ist fast unglaublich", ergänzte der Sprecher. Ein Messgerät koste immerhin zwischen 300 und 500 Euro.

Fällt mir auch wenig dazu ein.  ::)

Und weil ich heute morgen in einem Kommentar bei spon gelesen habe, dass die Diskussion über Atomenergie ja nur in Deutschland hochkochen würde und überhaupt existent ist  ::) :

Zitat
+++ Schweiz verabschiedet sich von AKW-Plänen +++
[12.30 Uhr] Nach der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan hat die Schweizer Regierung am Montag alle Pläne für den Bau neuer Atomkraftwerke auf Eis gelegt. Die Leiterin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, Doris Leuthard, sagte am Montag, man werde zunächst sämtliche Sicherheitsstandards prüfen und gegebenenfalls anpassen.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750817,00.html

Walter Frosch 99

naja ich glaube die wiedersprüchlichen Meldungen liegen wahrscheinlich daran das keiner mehr die Lage so richtig blickt. Selbst die Betreiber werden wohl momentan nicht nur die Kontrolle über die Reaktoren verloren haben, sondern auch den Überblick. Selbst wenn die Reaktoren durch die 2 Explosionen erstmal nicht beschädigt sind, wird das Gelände einem Trümmerfeld gleichen, Leitungen, Sensoren etc zerfetzt. Es wird wohl auch nicht gerade viele Freiwillige geben die sich dem Reaktor jetzt noch nähern wollen. Unter diesen Umständen kann man wahrscheinlich nix mehr tun und nur beten das die Zeit für einen arbeitet und die entstehende Restwärme nicht allzu groß ist. Soll wohl momentan noch um die 3 MW betragen und daran wird sich auch in den nächsten Wochen nichts ändern. Wieviel 3 MW unter diesen Umständen (keine Kühlung) sind...keine Ahnung. Vielleicht hat man ja Glück...
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Alley-Oop

Zitat von: Steffen 99 am Montag, 14 März 2011, 13:50:39
naja ich glaube die wiedersprüchlichen Meldungen liegen wahrscheinlich daran das keiner mehr die Lage so richtig blickt. Selbst die Betreiber werden wohl momentan nicht nur die Kontrolle über die Reaktoren verloren haben, sondern auch den Überblick. Selbst wenn die Reaktoren durch die 2 Explosionen erstmal nicht beschädigt sind, wird das Gelände einem Trümmerfeld gleichen, Leitungen, Sensoren etc zerfetzt. Es wird wohl auch nicht gerade viele Freiwillige geben die sich dem Reaktor jetzt noch nähern wollen. Unter diesen Umständen kann man wahrscheinlich nix mehr tun und nur beten das die Zeit für einen arbeitet und die entstehende Restwärme nicht allzu groß ist. Soll wohl momentan noch um die 3 MW betragen und daran wird sich auch in den nächsten Wochen nichts ändern. Wieviel 3 MW unter diesen Umständen (keine Kühlung) sind...keine Ahnung. Vielleicht hat man ja Glück...

Die Leistung von 1000 modernen Wasserkochern? Bissl wenig oder?
Auch wenn ich natürlich hoffe dass das stimmt.....
...At the end of the storm. There's a golden sky. And the sweet, silver song of a lark. Walk on, through the wind, Walk on, through the rain, Though your dreams be tossed and blown. Walk on, Walk on with hope in your heart...And you´ll never walk alone, You´ll never walk alone...Walk on,walk on.....