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Politik-Diskussions Thread

Begonnen von vitaminbonbon, Sonntag, 18 November 2007, 23:12:07

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Herr_Rausragend

Und das alles hast du von infokrieg.tv? ^^

Ich versteh schon was du sagen willst, aber so würd ich dieses Bild nicht zeichnen wollen.
Rechtschreibfehler dienen der allgemeinen Belustigung und sind als solche natürlich beabsichtigt! Wer einen findet, darf ihn behalten ;)

Walter Frosch 99

Zitat von: pizzapasta am Mittwoch, 28 April 2010, 09:01:20
Zitat von: Herr_Rausragend am Mittwoch, 28 April 2010, 08:19:42
Viele vergessen auch, dass Deutschland wie kein anderes Land von dieser Union profitiert hat - aber ob uns das jetzt wirklich in die Verantwortung bringt finanziell angeschlagene Staaten mit Staatsgeld zu retten?

Und viele, die diesen Satz bringen, vergessen: Nur Bares ist Wahres. Ganz vereinfacht gesagt kriegen "wir" für unsere Exporte seit Jahrzehnten im Prinzip das als Gegenleistung, was jetzt als Junk Bond oder Ramschanleihe bezeichnet wird und damit "unsere" Banken und Unternehmen das nicht abschreiben müssen, sind "wir" nun gezwungen, den Griechen zu "helfen".

Allein auf Griechenland bezogen stimmt das sicherlich, aber es soll ja noch ein paar Länder (auch in der EU) geben die zumindest nicht viel schlechter als wir selbst wirtschaften. Nach Griechenland gehen gerade mal ca. 0,7% unserer Exporte, dafür nach Frankreich z.B. 10%, USA 7%, Großbritannien 7%, Italien 6%, Holland 6%, Österreich 5%, Belgien 5%...also alles Länder mit einigermaßen gesunden Staatsfinanzen (USA und Italien vielleicht mit leichten Abstrichen). Auf die Griechenland Exporte ist D sicher nicht angewiesen und da hat man auch nie das große Geld gemacht. Dann sollen die Unternehmen (Banken) eben einen Teil der 43 Mrd. EUR abschreiben....ein Risiko um dessen sie sich bewusst gewesen sein müssen. Ich jedenfalls sehe es nicht ein warum der Steuerzahler stattdessen dieses Geld "abschreiben" sollte, damit es die Banken nicht tun müssen. Natürlich wird auch der normale Steuerzahler darunter leiden (wird er z.B. an den Überschussbeteiligungen seiner RV, LV usw sehen)...ihn trifft es so oder so, aber so findet vielleicht auch mal wieder ein Umdenken in den Chefetagen der Banken statt.
"Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Hans Sarpei."

"Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft oder in der Weltauswahl."

"Geil, endlich Sommer...da kann ich jetzt in Shorts vorm Computer sitzen" ;D

Iak

Zitat von: vitaminbonbon link=topic=1980.msg194309#msg194309   date=1272438174
Ach so: Wenn ich jetzt KanzlerIN  :buck:  wäre..... sofort MwSt rauf. 23%-25%! Natürlich nur   wegen Solidarität, Euro, Krise usw.
Ne bessere Gelegenheit kommt   nicht !  ::)
Kommt sicher, aber erst nach der NRW Wahl  :lol: :lol: ::) ::)



Zitat von: Herr_Rausragend am Mittwoch, 28 April 2010, 08:19:42
Griechenland hätte formell niemals in die Währungsunion kommen dürfen und nun haben sie des systematisch gegen die Wand gesetzt. Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass wir dafür bezahlen sollten. Das die deutsche Regierung da sehr skeptisch aufgetreten ist, hat mir eigentlich gefallen - aber wenn man einmal Farbe bekennt hat sollte man des auch durchziehen. Die Griechen jetzt im Ungewissen zu halten wie und wann die vereinbarten Hilfen kommen, bringt auch keinen weiter. Schlimm ist aber wirklich, dass auch die nächsten Kandidaten feststehen - und mit welchen Argumenten soll man denen dann Zahlungen verweigern wenns drauf ankommt?

In diesem Fall gibts wohl keine Ideallösungen, aber längerfristig wäre   es wohl meiner Meinung nach das Beste gewesen, die Griechen außerhalb   der Währungsunion ihre Währung abwerten zu lassen. Kredite vom IWF etc   hätte es dann immernoch geben können. Hat auch seine Nachteile, ist mir   klar - aber wenn man sich das jetzige Szenario mal ansieht kann einem   wirklich Angst werden.

Ähm, nein. In der SZ wurden letztens 3 Szenarien durchgespielt wie es mit Griechenland weitergehen wird.

Erstens man gibt ihnen die Hilfen, diese reichen nicht und der Staat geht 2011/2012 pleite, weil die Märkte kein Vertrauen fassen. Problem ist nur, dass dann alle anderen Staaten auch nach Deutschland/Frankreich schreien und ich glaube nicht, dass wir die ganze EU retten können.

Zweitens: Es gibt Hilfen aber nur unter der Bedingung einer massiven Umschuldung, denn nur bei einem Verzicht auf 30% der Kredite kann Griechenland seinen Haushalt wieder in den Griff bekommen. Damit müssten auch die Banken dafür bluten, dass sie mit griechischen Anleihen gezockt haben. Problem wäre, dass die Banken noch lange nicht gesund sind und da wohl wieder einige gerettet werden müssten.

Drittens: Es lohnt sich nicht Griechenland zu helfen, sie fliegen aus der Währungsunion raus und führen wieder die Drachme ein. Die können sie ja abwerten um ihre Wirtschaft anzukurbeln. Das Problem dabei ist nur, dass der Staat Kredite in Euro aufgenommen hat und diese in Euro bedient werden müssen. Das heißt bei einer abgewerteten Drachme werden die Kredite teurer. Die Auswirkungen von volatilen Währungen hat man ja in Ungarn oder Island gesehen. Die Bürger haben Kredite in Euro aufgenommen, als dann aber der Wert ihrer Währung abnahm konnten diese nicht mehr bedient werden.

Insgesamt sieht man also, dass es keine ideale Option gibt und es gut ist, wenn die Bundesrepublik nicht blindlings Geld hineinschießt. Man kann Griechenland aber nicht einfach fallen lassen. Das würde das Vertrauen in den Euro zerstören und der europäischen Wirtschaft damit langfristig schaden. Wer von euch hat denn Lust bei Reisen Wechselgebühren zu zahlen? Viel schlimmer wäre es für Unternehmen, weil sie nicht planen können für wie viel Geld die Maschine nun wirklich exportiert wird. Von daher rate ich ab, den Euro einfach so leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Unsere Kanzlerin sieht das in Europa wohl bisher als einzige so klar/streng und ist deshalb etwas zurückhaltend.


Zitat
Viele vergessen auch, dass Deutschland wie kein anderes Land von dieser Union profitiert hat - aber ob uns das jetzt wirklich in die Verantwortung bringt finanziell angeschlagene Staaten mit Staatsgeld zu retten? Und sicher sind deutsche Banken da drin tief involviert (die sind irgendwo überall dabei wo es Kohle zu verschleudern gibt -.-), aber demnäch müssten die Franzmänner noch viel tiefer in die Tasche langen...

Das Argument solltest du mal in Bayern, Hessen und Baden Würtemberg vortragen, die sträuben sich nämlich auch schon seit langem gege den Länderfinanzausgleich  ::)
"Wahrheit spricht für sich allein - aber Lüge spricht durch Presse und Rundfunk."  Victor Klemperer (1881-1960)

Walter Frosch 99

Zitat von: Iak am Mittwoch, 28 April 2010, 09:23:03
Ähm, nein. In der SZ wurden letztens 3 Szenarien durchgespielt wie es mit Griechenland weitergehen wird.

Erstens man gibt ihnen die Hilfen, diese reichen nicht und der Staat geht 2011/2012 pleite, weil die Märkte kein Vertrauen fassen. Problem ist nur, dass dann alle anderen Staaten auch nach Deutschland/Frankreich schreien und ich glaube nicht, dass wir die ganze EU retten können.

Zweitens: Es gibt Hilfen aber nur unter der Bedingung einer massiven Umschuldung, denn nur bei einem Verzicht auf 30% der Kredite kann Griechenland seinen Haushalt wieder in den Griff bekommen. Damit müssten auch die Banken dafür bluten, dass sie mit griechischen Anleihen gezockt haben. Problem wäre, dass die Banken noch lange nicht gesund sind und da wohl wieder einige gerettet werden müssten.

Drittens: Es lohnt sich nicht Griechenland zu helfen, sie fliegen aus der Währungsunion raus und führen wieder die Drachme ein. Die können sie ja abwerten um ihre Wirtschaft anzukurbeln. Das Problem dabei ist nur, dass der Staat Kredite in Euro aufgenommen hat und diese in Euro bedient werden müssen. Das heißt bei einer abgewerteten Drachme werden die Kredite teurer. Die Auswirkungen von volatilen Währungen hat man ja in Ungarn oder Island gesehen. Die Bürger haben Kredite in Euro aufgenommen, als dann aber der Wert ihrer Währung abnahm konnten diese nicht mehr bedient werden.


         
  • Szenario 1 wird so kommen, wenn man da lediglich Geld reinschießt ohne das sich großartig etwas ändert.
  • Szenario 2 ist das einzig vernünftige. Ich sehe nicht wie Griechenland sich trotz Sparmaßnahmen erholen könnte ohne das die Banken einen Teil ihrer Forderungen abschreiben.
  • Szenario 3 so oder so wäre es trotzdem das Beste, wenn die Griechen momentan eine eigene Währung hätten. Selbst nach einem Staatsbankrott wäre ein starker Euro ein großes Problem für die Griechen. Argentinien hatte es ja innerhalb 3-4 Jahren geschafft, die Folgen einigermaßen zu überwinden, aber nur weil sie ihre Währung abwerten konnten um auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu sein. Die Option haben die Griechen nicht...
Zitat von: Iak am Mittwoch, 28 April 2010, 09:23:03
Insgesamt sieht man also, dass es keine ideale Option gibt und es gut ist, wenn die Bundesrepublik nicht blindlings Geld hineinschießt. Man kann Griechenland aber nicht einfach fallen lassen. Das würde das Vertrauen in den Euro zerstören und der europäischen Wirtschaft damit langfristig schaden. Wer von euch hat denn Lust bei Reisen Wechselgebühren zu zahlen? Viel schlimmer wäre es für Unternehmen, weil sie nicht planen können für wie viel Geld die Maschine nun wirklich exportiert wird. Von daher rate ich ab, den Euro einfach so leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Unsere Kanzlerin sieht das in Europa wohl bisher als einzige so klar/streng und ist deshalb etwas zurückhaltend.

Die Wechselgebühren für Touris sind sicher nicht das große Problem, denn was macht das schon groß aus? Die meisten sind doch allerhöchstens 1-2 mal im Jahr im Ausland. Und Unternehmen können sich gegen Währungsrisiken relativ einfach absichern, dafür gibts ja nun genug Finanzkonstrukte. Genau aus dem Grund sind die nämlich auch da...und nicht unbedingt um zu spekulieren :)
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pizzapasta

Zitat von: Herr_Rausragend am Mittwoch, 28 April 2010, 09:22:18
Und das alles hast du von infokrieg.tv? ^^

Ich versteh schon was du sagen willst, aber so würd ich dieses Bild nicht zeichnen wollen.

Die Seite habe ich gerade zum ersten mal gesehen.  ;)

Das Exportüberschüsse in diesem Umfang über so lange Zeit nicht gesund sind, ist ja nun nichts neues. Auch der Kampf um den Länderfinanzausgleich und die europäischen Ausgleichssysteme ist genauso wenig neu wie ihre Schwächen. Sicherlich sind die Probleme der Griechen vielschichtiger. Ich wollte damit auch nur sagen, dass wir in einem politischen und wirtschaftlichen Umfeld voller (größtenteils) bekannter Schwächen und Fehler leben, die aber aus politischen Gründen und weil sich jeder selbst der Nächste ist, nicht ernsthaft angegangen werden. Und weil das so ist, braucht man sich über die Quittung nicht wundern.

Im Übrigen finde ich nicht, dass in Deutschland gut/solide gewirtschaftet wird.  :suspect:

Walter Frosch 99

Zitat von: pizzapasta am Mittwoch, 28 April 2010, 09:48:04
Zitat von: Herr_Rausragend am Mittwoch, 28 April 2010, 09:22:18
Und das alles hast du von infokrieg.tv? ^^

Ich versteh schon was du sagen willst, aber so würd ich dieses Bild nicht zeichnen wollen.

Die Seite habe ich gerade zum ersten mal gesehen.  ;)

Das Exportüberschüsse in diesem Umfang über so lange Zeit nicht gesund sind, ist ja nun nichts neues. Auch der Kampf um den Länderfinanzausgleich und die europäischen Ausgleichssysteme ist genauso wenig neu wie ihre Schwächen. Sicherlich sind die Probleme der Griechen vielschichtiger. Ich wollte damit auch nur sagen, dass wir in einem politischen und wirtschaftlichen Umfeld voller (größtenteils) bekannter Schwächen und Fehler leben, die aber aus politischen Gründen und weil sich jeder selbst der Nächste ist, nicht ernsthaft angegangen werden. Und weil das so ist, braucht man sich über die Quittung nicht wundern.

Im Übrigen finde ich nicht, dass in Deutschland gut/solide gewirtschaftet wird.  :suspect:

finde ich auch nicht, aber ich meinte es eher im Gegensatz auf manch anderen bezogen :)

Da sind wir ja noch in einer moderaten Situation. Wir sind jedenfalls noch nicht so weit, dass wir es nicht mehr in den Griff bekommen könnten. Allerdings sind wir eben auch in einer Situation wo wir aufpassen müssen, dass wir die Kontrolle nicht verlieren...und genau da passen eben Länder- und Bankenrettungen auf Staatskosten nicht rein.
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HobbesTheOne 99

Wir machen bestimmt wieder nen schönen Schattenhaushalt auf, geht ja bloß noch dieses Jahr  :buck: ::)


Zitat von: Iak am Mittwoch, 28 April 2010, 09:23:03

Zweitens: Es gibt Hilfen aber nur unter der Bedingung einer massiven Umschuldung, denn nur bei einem Verzicht auf 30% der Kredite kann Griechenland seinen Haushalt wieder in den Griff bekommen. Damit müssten auch die Banken dafür bluten, dass sie mit griechischen Anleihen gezockt haben. Problem wäre, dass die Banken noch lange nicht gesund sind und da wohl wieder einige gerettet werden müssten.



Banken=gezockt, also sollen sie es selbst ausbaden, ganz einfach. Als Bürger bin ich auch mit meinem eigenen Geld dran, wenn ich spiele und verliere. So schlecht geht es den Banken im übrigen auch nicht, gibt mehr wie genug mit tollen Boniauszahlungen und Gewinnen. Denen geht es ja auch gut genug, um schon wieder fleißig zu wetten, u.a. auch auf die Griechen  ::) Bin auch nicht der Meinung, dass wir die Banken ständig retten müssen, Gewinne streichen sie ein, Verluste dürfen wir ausbaden? Nö, nö, dann soll es halt mal krachen und die ein oder andere Bank von der Bildfläche verschwinden, mit all den Folgen. Vielleicht denken die restlichen Chefetagen dann mal wieder anders und ändern ihre Mentalität. Andernfalls erleben wir die Spielchen die nächsten Jahre noch öfters, "Hilfe, wir sind so arm dran und brauchen Geld".
"Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen."
Walter Scheel

Herr_Rausragend

Das ist halt das Kernproblem, wenn Gewinne privatisiert - Verluste aber solidarisiert werden. Die haben den absoluten Freifahrtschein mit der Begründung, dieses Gezocke wäre systemrelevant. Und wenn jemand ins Straucheln gerät, wird schon einer daherkommen und ein Rettungsnetz aufspanne - diese Mentalität wird doch durch solche Rettungsmaßnahmen erst geschürt.

Ich seh bei den Griechen absolut keinen Grund denen unter die Arme zu greifen. Die wären mit korrektem Zahlenmaterial noch nichtmal Mitglied in der EU, die Gesetze der Gemeinschaft und der Währungsunion verbieten solche Transferleistungen der Mitglieder und zu alledem herrscht in diesem Staat ein Verhalten im Umgang mit Geld, das ich nicht noch zusätzlich durch deutsches Steuergeld subventionieren möchte. Austritt aus der Währungsunion und die Drachme einführen und abwerten - da lässt sich ja auch immernoch über Hilfen vom IWF verhandeln und man könnte die Schulden, die gemacht worden sind notfalls gern auch umrechen zu einem festen Kurs (der nicht unfreundlich sein muss) - aber die Suppe sollen sie mal selbst auslöffeln.

Aber wahrscheinlich hat man sich mit Zusagen schon zu weit vorgewagt um aus dieser Nummer noch herauszukommen :(
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Walter Frosch 99

Zitat von: HobbesTheOne 99 am Mittwoch, 28 April 2010, 13:21:10
Wir machen bestimmt wieder nen schönen Schattenhaushalt auf, geht ja bloß noch dieses Jahr  :buck: ::)


Zitat von: Iak am Mittwoch, 28 April 2010, 09:23:03

Zweitens: Es gibt Hilfen aber nur unter der Bedingung einer massiven Umschuldung, denn nur bei einem Verzicht auf 30% der Kredite kann Griechenland seinen Haushalt wieder in den Griff bekommen. Damit müssten auch die Banken dafür bluten, dass sie mit griechischen Anleihen gezockt haben. Problem wäre, dass die Banken noch lange nicht gesund sind und da wohl wieder einige gerettet werden müssten.



Banken=gezockt, also sollen sie es selbst ausbaden, ganz einfach. Als Bürger bin ich auch mit meinem eigenen Geld dran, wenn ich spiele und verliere. So schlecht geht es den Banken im übrigen auch nicht, gibt mehr wie genug mit tollen Boniauszahlungen und Gewinnen. Denen geht es ja auch gut genug, um schon wieder fleißig zu wetten, u.a. auch auf die Griechen  ::) Bin auch nicht der Meinung, dass wir die Banken ständig retten müssen, Gewinne streichen sie ein, Verluste dürfen wir ausbaden? Nö, nö, dann soll es halt mal krachen und die ein oder andere Bank von der Bildfläche verschwinden, mit all den Folgen. Vielleicht denken die restlichen Chefetagen dann mal wieder anders und ändern ihre Mentalität. Andernfalls erleben wir die Spielchen die nächsten Jahre noch öfters, "Hilfe, wir sind so arm dran und brauchen Geld".

Exakt so isses...

hat Griechenland nicht erst vor 2-3 Wochen Anleihen für mehrere Milliarden EUR platziert die ihnen aufgrund der geilen Zinsen von den Banken geradezu aus den Händen gerissen wurden? Natürlich mit dem Hintergedanken das die EU mit seinen Steuerzahlern zur Not schon einspringen wird...

Die lernen es einfach ne. Ein kleines Kind muss auch erst auf die Herdplatte greifen um zu merken das die Mutter doch recht hatte. Nichts haben die Banken aus der Krise gelernt, gar nichts. Das muss erst richtig scherbeln ohne das es irgendwelche Staatshilfen gibt. Hier hilft auch kein Abwägen der besseren Optionen (mir ist schon klar das eine Bankenpleite auch für viele normale Menschen Konsequenzen haben kann), sonst nimmt das kein Ende und diese Kreditmentalität (die bis zu einem gewissen Grad ok ist) und Zockermentalität der Banken hat kein Ende. Für eine Gesundung des Systems scheint es wirklich mal einen Radikalschlag geben zu müssen...der früher oder später sowieso kommt wenn es so weitergeht.
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Walter Frosch 99

Zitat von: Herr_Rausragend am Mittwoch, 28 April 2010, 13:45:01
Aber wahrscheinlich hat man sich mit Zusagen schon zu weit vorgewagt um aus dieser Nummer noch herauszukommen :(

da kann jetzt wirklich nur noch Peter Zwegat helfen :buck:
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pizzapasta

Zitat von: Steffen 99 am Mittwoch, 28 April 2010, 14:38:46
Zitat von: Herr_Rausragend am Mittwoch, 28 April 2010, 13:45:01
Aber wahrscheinlich hat man sich mit Zusagen schon zu weit vorgewagt um aus dieser Nummer noch herauszukommen :(

da kann jetzt wirklich nur noch Peter Zwegat helfen :buck:

Ach deshalb latscht der im Trailer immer schon auf der Wiese zwischen Reichstag und Bundeskanzleramt rum?  :buck:

Iak

Das Problem bei der Hypo Real Estate und der Commerzbank ist aber, dass die ja quasi dem Steuerzahler gehören. Soll er seine Banken dann trotzdem pleite gehen lassen? Doofe Sache. Wenn es so einfach wäre eine Bank/einen Staat pleite gehen zu lassen, warum wurde es noch nicht getan?


@Herr_Rausragend:
Zu viel Bildzeitung in den letzten Tagen gelesen oder woher kommen diese undifferenzierten Aussagen. Der Großteil der Griechen sieht ein, dass gespart werden muss und steht hinter dem Programm der Regierung. Soll man sie jetzt noch weiter bestrafen, obwohl der kleine Mittelständler jetzt schon die Zeche zahlt? Ich möchte mal die deutschen Reaktionen auf ein derartiges Sparprogramm sehen, was nach der NRW Wahl kommen wird.


Ansonsten empfehle ich auch noch folgenden Text: "Der Grieche in uns"
"Wahrheit spricht für sich allein - aber Lüge spricht durch Presse und Rundfunk."  Victor Klemperer (1881-1960)

Walter Frosch 99

Zitat von: Iak am Mittwoch, 28 April 2010, 14:57:56
Das Problem bei der Hypo Real Estate und der Commerzbank ist aber, dass die ja quasi dem Steuerzahler gehören. Soll er seine Banken dann trotzdem pleite gehen lassen? Doofe Sache.

ohne finanziellen Verlust werden wir aus der Sache nicht rauskommen, dass ist mal klar. Gerade eben was die Hypo (wenn ich lese das gerade DIE es schon wieder sind die am tiefsten in dem Ramsch investiert sind, könnt ich nur kotzen) und die Commerzbank betrifft. Bei einer Teilabschreibung von vielleicht 30-50% der griechischen Schulden, kann es doch nicht sein das der Portfolioanteil an einem so kleinen und risikoträchtigen Land eine Bank zerschiessen kann. Da läuft grundsätzlich etwas ganz falsch.

Nun, aber in dem Fall wäre eine solche Teilabschreibung für die dann wiederum nur teilweise der Steuerzahler einspringt in einer ganz anderen Dimension als wenn wir jetzt den Griechen 9 Mrd. EUR geben die wir sowieso gleich in den Wind schießen können. In einem Jahr machen die Griechen dann trotzdem das Licht aus und wir sehen weder unsere 9 Mrd wieder, noch die HRE und die Commerzbank ihr Geld. Lediglich 9 Mrd wurden dann noch zusätzlich verpulvert. Außerdem habe ich null Verständniss dafür das wir mit deutschen Steuergeldern vorwiegend ausländische Banken stützen sollen. Die Schweizer Banken sind viel dicker in Griechenland investiert und die Schweiz wird keinen cent an Griechenland zahlen. Griechenland wird mit unserem Geld sofort die Schweizer Banken bedienen und wenn sie dann letztendlich doch pleite sind, dann sind sie in der gleichen Situation wie jetzt, nur das die Schweiz 9 Mrd von uns hat (späte Rache für die Steuer-CD :lol: ). Ne ne...dann lieber einen harten Neuanfang für die Griechen und mit 3-4 Mrd halt nochmal der HRE und Commerzbank aus der Scheiße helfen >:( . Verluste begrenzen....

Man muss sich mal diesen Wahnsinn vorstellen. Woher sollen denn die 9 Mrd kommen die wir den Griechen geben? Wir haben die nicht bar rumliegen, sondern richtig, wir müssen dafür einen Kredit bei den Banken nehmen um es den Griechen zu geben, damit diese den dann zu einem höheren Zinssatz an die Bank zurückzahlen können. Eigentlich ist das alles nur lächerlich wenn man mal darüber nachdenkt.

Zitat von: Iak am Mittwoch, 28 April 2010, 14:57:56
Wenn es so einfach wäre eine Bank/einen Staat pleite gehen zu lassen, warum wurde es noch nicht getan?

es sagt ja keiner das es einfach ist. Eine Insolvenz ist für ein Unternehmen auch keine einfache Sache, aber es kommt der Moment in dem es einfach nicht mehr vermeidbar ist. Und dann ist eben eine geordnete Insolvenz auch besser, als das unvermeidliche noch weiter hinauszuzögern und noch mehr Geld zu verbrennen.

Und es gab doch mehr als genug Staatspleiten. Die Argentinier haben 3-4 Jahre gebraucht um sich da wieder rauszukämpfen. Das ist für viele hart und mit vielen Einschnitten und Verlusten verbunden, aber der Preis für Jahrzehnte Misswirtschaft. Im übrigen habe ich Zweifel das es die Griechen privat so hart treffen wird. Die Griechen sind nämlich nicht pleite, sondern der Staat. Der Grieche versteht es nur besonders gut, sein Geld am Staat vorbeizuschaffen...was einen auch nicht wundert, so gut wie er mit Geld umgeht ;D . Irgendwie hat doch mind. jeder 2.Grieche sein Eigenheim mit Land und die kleinsten Autos fahren sie auch nicht. Eventuell könnten sich auch mal die ganzen schwerreichen Reeder an der Staatssanierung beteiligen, aber die sind damit beschäftigt ihr Geld außer Landes zu bringen, während wir unseres dort reinbringen ::)
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"Geil, endlich Sommer...da kann ich jetzt in Shorts vorm Computer sitzen" ;D

Herr_Rausragend

Zitat von: Iak am Mittwoch, 28 April 2010, 14:57:56

@Herr_Rausragend:
Zu viel Bildzeitung in den letzten Tagen gelesen oder woher kommen diese undifferenzierten Aussagen. Der Großteil der Griechen sieht ein, dass gespart werden muss und steht hinter dem Programm der Regierung. Soll man sie jetzt noch weiter bestrafen, obwohl der kleine Mittelständler jetzt schon die Zeche zahlt? Ich möchte mal die deutschen Reaktionen auf ein derartiges Sparprogramm sehen, was nach der NRW Wahl kommen wird.


Ansonsten empfehle ich auch noch folgenden Text: "Der Grieche in uns"


Das angesprochene Magazin les ich höchstens zur Belustigung beim Frisör oder so, da muss ich dich enttäuschen ;) Wieso ist das undifferenziert? Ich hatte oben - wenn auch grob - ne kleine Begründung geliefert warum ich nicht der Meinung bin, dass den Griechen geholfen werden muss unserereits. Das ist in etwa auch die These, die von prominenteren Widersachern vertreten wird. Weiter oben im Thread stand auch schonmal "das regelt der Markt und wenn die Griechen das mit den Finanzen nicht so eng sehen, dann ists auch so" - ist quasi auch keine andere Aussage. Und wenn du schreibst dass es die Mittelständler jetzt ausbaden müssen ist das ne große Sauerei, da stimm ich dir ja auch zu. Trotzdem hats nen Grund, dass die jetzt so dastehen wie sie sind. Und das mag ich nunmal nicht mit deutschem Steuergeld subventionieren ;) Aber gut, war oben vllt. etwas allg. von "den Griechen" gesprochen - das war sicherlich etwas grob...
Rechtschreibfehler dienen der allgemeinen Belustigung und sind als solche natürlich beabsichtigt! Wer einen findet, darf ihn behalten ;)

Iak

Nachdem gestern Portugal herabgestuft wurde, trifft es heute Spanien. Dort liegen 200 Mrd. Euro der deutschen Banken. Ist die Rettung für euch immer noch ausgeschlossen?
Weiteres Problem ist wohl, dass die griechischen Banken zu stark involviert sind und bei einem Staatsbankrott zusammenbrechen würden. Daraufhin rennen natürlich die Bürger zur Bank und heben ihr Geld ab, so lange der Automat noch etwas ausspuckt. Wenn er nichts mehr ausspuckt gibt es dann einen Bürgerkrieg. Aber gut wir können die Griechen auch alleine lassen.
Griechenland ist leider nicht Opel, die unrentabel Autos produzieren und geschlossen werden müssen. Nur weil ein Staat unrentabel wirschaftet, heißt es ja noch lange nicht, dass man ihn schließen kann und die Bürger dann auf Europa verteilt  ::)

Wohin sollen die deutschen Firmen eigentlich ihre Produkte verkaufen, wenn es in Europa kein Vertrauen mehr gibt und jeder sein Geld lieber unter das Kopfkissen legt, anstatt es zu finanzieren.

@Steffen:
Die 9 Mrd. für Griechenland leiht sich die KfW für 0,5% bei der EZB und gibt sie für 6% weiter. Der Bund muss den Kredit nur absichern und einspringen, wenn die Griechen nicht mehr zahlen können.
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