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Politik-Diskussions Thread

Begonnen von vitaminbonbon, Sonntag, 18 November 2007, 23:12:07

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pizzapasta

In den Medien produzieren in den letzten Tagen so viele Dünnpfiff, aber die FDP lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie wartet ab und setzt dann noch einen drauf. Jetzt sollen Berlin und Brandenburg die Mehrkosten allein tragen, weil Wowi als Aufsichtsratsvorsitzender den Bundestag falsch informiert hat. Das zwei Staatssekretäre von Ramsauer und Schäuble genauso im Aufsichtsrat sitzen wie Wowi und Platzeck, wird gepflegt ausgeblendet. So wirds sicher klappen mit den 5% in Hannover.  :lol:

HobbesTheOne 99

Da sitzen einfach zu viele im Boot, die a) keine Ahnung von solch einem Projekt haben und b) zu wenig Zeit dafür. Wowi und Platzeck haben als Ministerpräsidenten genug zu tun, die Staatssekretäre sicher auch. Da muss die Zeit für eine ordentliche Kontrolle fehlen, aber bei der Besetzung dieser Posten gehts ja nicht nach Qualifikation :-X Naja und mit der Ahnung, denke man hätte sich bei Münchner Planern jemanden holen können, ist ja auch "erst" 20 Jahre her. Oder man muss im Ausland schauen, sind schließlich einige Großflughäfen neu gebaut worden. Dazu jemanden der sich mit den typisch deutschen/berlinerischen Gegebenheiten auskennt. Wäre allemal sinnvoller gewesen. Aber man wird auch nicht draus lernen...
"Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen."
Walter Scheel

Freakster

Zitat von: HobbesTheOne 99 am Freitag, 11 Januar 2013, 21:43:59
Oder man muss im Ausland schauen, sind schließlich einige Großflughäfen neu gebaut worden.

Eigentlich sollte ein hochentwickeltes Land wie Deutschland in der Lage sein, ein solches Projekt planen und durchführen zu können. Aber dass dies in D scheinbar nicht möglich ist, beweisen ja auch Stutti21, Elbphilharmonie oder hier in Chemnitz das Schocken...

Ecke

Wobei ich da mal gern wissen möchte wie vorhersehbar solche Großprojekte sind. Grad Stutti21 ist doch eigentlich ein Komplettchaos für ne ganze Stadt und wer soll das die Gesamtkosten plus Arbeitsaufwand schätzen? Das ist doch Rätselraten.
"Wir tragen ja nicht die Meisterschaft im Kartenspielen aus, die man in die nächste Gaststätte verlegen kann."

Doch - nichts anderes macht ihr, Herr Pommer!

Iak

Problem ist eher, dass die Kosten bewusst zu niedrig angesetzt werden, damit überhaupt erstmal mit dem Bau begonnen wird. Dann tauchen über Nacht plötzlich neue Erkenntnisse auf, die den Bau teurer machen. Da der aber schon begonnen wurde, wird natürlich weitergebaut.

Ehrlich wäre es, vorher ordentlich zu planen und dann einen Vertrag, der deutlich teurer sein wird, aber Kostensteigerungen nur zu Lasten der Auftragnehmer erlaubt, abzuschließen. Damit wüsste man von Anfang an wie teuer und sinnvoll derartige Projekte sind. Ich meine, kein Bürger hat etwas gegen einen FLughafen, eine Autuobahn etc. - er will aber schon ganz gerne wissen was mit seinen Steuergeldern passiert. Momentan dienen diese Großprojekte doch nur dazu, das Ego von diversen Provinzpolitikern aufzupolieren. :-X

Edit meint: ;)


"Wahrheit spricht für sich allein - aber Lüge spricht durch Presse und Rundfunk."  Victor Klemperer (1881-1960)

Matze

sorry Iak, aber das ist sehr leicht gesagt, aber die Wirklichkeit hinter den Kulissen sieht ganz anders aus.

Ich arbeite selbst als Vermesser in einem Planungsbüro und bekomme bei kleineren Baumaßnahmen solche Sachen auch mit (bei so großen Bauvorhaben wird es dann nicht viel anders aussehen). In der Planung kannst du einfach nicht alle Eventualitäten beachten und in der Kalkulation bei den Baufirmen (zusammen mit den Bauleitern) sitzen erfahrene Profis deren einziges Ziel es ist so zu kalkulieren erstmal den Auftrag zu bekommen und gleichzeitig noch genug Möglichkeiten zu finden die Auftragssumme mit x Nachträgen zu erhöhen.


Iak

Zitat von: Matze am Samstag, 12 Januar 2013, 15:41:32
sorry Iak, aber das ist sehr leicht gesagt, aber die Wirklichkeit hinter den Kulissen sieht ganz anders aus.

Ich arbeite selbst als Vermesser in einem Planungsbüro und bekomme bei kleineren Baumaßnahmen solche Sachen auch mit (bei so großen Bauvorhaben wird es dann nicht viel anders aussehen). In der Planung kannst du einfach nicht alle Eventualitäten beachten und in der Kalkulation bei den Baufirmen (zusammen mit den Bauleitern) sitzen erfahrene Profis deren einziges Ziel es ist so zu kalkulieren erstmal den Auftrag zu bekommen und gleichzeitig noch genug Möglichkeiten zu finden die Auftragssumme mit x Nachträgen zu erhöhen.

Das ist aber politishc so gewollt. Und so lange dieser Wille nich geändert wird, ändert sich die Praxis nicht. Beim Autobahnbau ist es doch genauso. Anstatt 3-Schicht Betrieb und Sonntagsarbeit anzuordnen, werden Autobahnbaustellen von 7-16 Uhr besetzt. Damit sind die Arbeitskosten günstiger und man kann pro Jahr mit dem gleichen geld mehr Straßenkilometer sanieren.
Volkswirtschaftlich ist es aber viel günstiger weniger Kilometer in kürzerer Zeit zu sanieren/neuzubauen. Durch die geringeren Stauzeiten werden merh Steuern eigenommen, die theoretisch in den weiteren Unterhalt gesteckt werden könnten. In der Realität sieht es aber so aus, dass sich jeder Provinzpolitiker freut wie ein Kind, wenn er eine neue straße eröffnen kann. Deswegen wird gebaut wie verrückt, egal wie lange es dauert. So können aber all die Provinzfürsten ganz oft die roten Bänder zerschneiden - die roten Köpfe der Autofahrer im Stau interessieren im Endeffekt niemanden.
Genau das gleiche Prozedere passiert ja auch bei den großen Bahn- und Flughafenprojekten. Ist halt eine Ausgeburt des Föderalismus und unserer poltischen Systems wo jeder neue Kilometer scheinbar für Wählerstimmen sorgt. Ich frage mich, warum nach all diesen Katastrophen keine Bundesbauverwaltung mit effektiven Durchgriffsrechten geschaffen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in diesem Land keine fähigen Planer gibt. Die Frage ist nur, ob das so auch gewollt ist...
"Wahrheit spricht für sich allein - aber Lüge spricht durch Presse und Rundfunk."  Victor Klemperer (1881-1960)

HobbesTheOne 99

Iak, es haben viel mehr Leute etwas gegen Autobahnen, Flughäfen, Schienen usw als du denkst. Besonders wenn dort von Anfang an mit einem genügenden Puffer neben "echten" Kosten agiert werden würde, würden noch viel mehr dagegen sein. Was da alles niemals gebaut worden wäre. Ich bin auch gegen eine Ortsumgehung für jedes Kuhkaff, denn da ist viel Schwachsinn dabei. Genauso wäre mir ein schichtsystem auf der Autobahnbaustelle lieber, aber bis die volkswirtschaftliche Rechnung bei den Bürgern verstanden wird bzw bis sie greift, sind schon neue Generationen am Werk und soweit denken zu wenige, gerade in der politik gehts oft nur von Wahl zu Wahl. Naja und öffentliche Ausschreibungen sind eine Sache für sich. Da wird auch schonmal dem Planungsbüro gesagt "wir haben die Summe x, was können wir dafür kriegen?". Wird so angepasst, gefällt es den Herren, wird es gemacht und dann kommen natürlich immer noch Sachen, die es eben steigen lassen. Dort sagt eigentlich auch kein Planungsbüro "mit der summe geht das nicht". Die wollen den Auftrag, dann die kohle u sie kriegen sie bei der öffentlichen Hand in der regel halt auch. Genauso wollen die Politiker das Projekt, um was vorzuweisen zu haben und die Mehrausgaben sind oft schneller wieder vergessen, wenn der Bürger für sich was gutes dran findet
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Walter Scheel


HobbesTheOne 99

 :lol:

am besten finde ich:
ZitatVerheerende Folgen habe vor allem die Entscheidung gehabt, den Terminal zum Shopping-Center auszubauen: Um "profitable Flächen" für einen sogenannten Walk-Through-Shop nach der Sicherheitskontrolle zu schaffen, mussten Check-in-Schalter reduziert werden.

weiß man auch nicht vorher, dass man dort noch gutes geld verdienen kann, weil die leute ja bissl auf ihre flüge warten ::) waren die bisher alle nur auf provinzflughäfen unterwegs oder was ???
"Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen."
Walter Scheel

Herr_Rausragend

Das ist halt auch eine Seite der Medaille, die zahlreichen Änderungsanträge kamen ja mehrheitlich eben vom Bauherren. Das derartige Großprojekte am Ende nie so aussehen wie geplant ist die eine Sache, aber ich glaube einmal die Zahl von 271 essentiellen Änderungsanträgen gelesen zu haben. Wo wieder von vorn geplant und genehmigt werden muss und damit naturgemäß die Kosten und die Bauzeit explodieren. Bis hierhin muss eine Baufirma ja noch nichtmal bescheißen, das ist ja schon fast Eigensabotage.

Aber es geht ja noch weiter:

Man muss sich mal folgendes vergegenwärtigen: Bei einem Flughafen bei dem mit einer Summe x geplant wurde und davon bereits deutlich mehr Geld  verblasen worden ist wird ein halbes Jahr nachdem dieser fertiggestellt werden sollte diskutiert ob man den bisherigen Bau abreißen und doch lieber nochmal ganz von vorne anfängt. Weil nötige Vorschriften und weitere wichtige Sachverhalte nicht eingehalten wurden. Baukontrolle - was ist das bitte? Da sollte es doch mehr als ein fähiges Ingenierbüro mit entsprechenden Kapazitäten geben die den Baufortschritt überwachen können. Wenn sogar ein paar hundert Bäume falsch gepflanzt werden fragt man sich was an dem Ding überhaupt stimmt. Aber es wird genug Leute geben, die davon profitieren, da ist wieder richtig Steuergeld verblasen worden und die verantwortlichen Politiker üben sich wieder im großen Schulterzucken.

Da bekommt man doch das kalte Kotzen. Als obs in dem Land nicht genug fähige Köpfe geben würde, sogar ein paar anständige Geschäftsleute solls noch geben. Öffentliche Großaufträge sind scheinbar gleichbedeutend mit  Konjunkturprogrammen für die großen Spieler in der Baubranche, ich möchte wirklich mal wissen wohin die ganze Kohle versickert und wer da alles die Hand aufhält. Die ganze Auftragsvergabe und Ausschreibung ist doch ein Witz, aber scheinbar sieht man ja trotz der ganzen Desaster keinen Änderungsbedarf...

Keiner will Verhältnisse wie in Russland (wo das Ding wahrscheinlich so oder so eröffnet worden wäre...wayne Brandschutz) oder China (Zwangsumsiedlungen und unmenschliche Bedinungen aufm Bau...) - aber das hier ist doch ne Farce.
Rechtschreibfehler dienen der allgemeinen Belustigung und sind als solche natürlich beabsichtigt! Wer einen findet, darf ihn behalten ;)

Bruno Borelli

10% wählen in Niedersachsen FDP.  :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :kotz: :kotz: :kotz:


Ich glaube wenn sich die Junglecampbewohner in Deutschland für politische Ämter zur Wahl stellen würden, hätten sie auch gute Chancen auf 20% und mehr. 
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

pizzapasta

Naja. Nachdem die FDP in den Umfragen immer knapp an der 5%-Hürde lag, sind da sicherlich auch viele Stimmen der CDU dabei. Wäre die FDP rausgeflogen, hätte sich die CDU einen Wahlsieg ja an die Backe schmieren können.

Bruno Borelli

Nach den ersten Minuten Einschätzung der "Wählerwanderung" und Auswertung des Ergebnisses wird schnell deutlich dass wohl ca. 5 Prozentpunkte Gnadenbrot der CDU Wähler für Rössler sind.  :noahnung:
Da kann man sich aber auch im CDU Lager mal Gedanken um einen würdigeren Koalitionspartner machen, immerhin bekommt man mit geschenkten 5 Prozentpunkten jede andere Partei in den Landtag. Partei Bibeltreuer Christen, Die Freiheit oder Kleintierzüchterpartei würden sich doch da eher anbieten....  ;)
"....weil irgendwann alles mal kaputt geht. Du wirst es auch noch gewahr werden, eines Tages fällt Dir einfach ein Bein ab."

Sonic

Zitat von: Bruno Borelli am Sonntag, 20 Januar 2013, 18:22:23
Da kann man sich aber auch im CDU Lager mal Gedanken um einen würdigeren Koalitionspartner machen, immerhin bekommt man mit geschenkten 5 Prozentpunkten jede andere Partei in den Landtag. Partei Bibeltreuer Christen, Die Freiheit oder Kleintierzüchterpartei würden sich doch da eher anbieten....  ;)

Läuft doch auf eine Große Koalition unter Führung der Chrisdemokraten hinaus, da beide Lager bei dieser Stimmverteilung nicht regierungsfähig wären. Ähnlich wird's wohl im Herbst im Bund werden, sofern die SPD nicht noch weiter in der Wählergunst sinkt.
There is nothing conceptually better than Rock'n Roll.