@ Bino: Nimm meine Kritik und meine Ausführungen bitte nicht persönlich. Ist schon klar, dass Du als Schiedsrichter darauf anspringst. Wie es der Hobbes schon geschrieben hat, richtet sich der Ärger aber nicht gegen die Schiedsrichter, sondern erst einmal gegen die Regelaufsteller.
Dazu fällt mir nichts ein...
Ein Schiedsrichter soll einen Spieler bestrafen der sich über die Regeln hinweg setzt, selbst aber immer mal die "Vorschriften" vergessen. Wasn das für Rotz? Da sind wir nämlich gleich beim nächsten Punkt. Wenn jeder die Regeln so umsetzt wie er es für richtig hält, also Dinge die er für Schwachsinning hält übergeht, dann kannste dich gleich von einem ordentlich Sport verabschieden. Das sieht nämlich mit Sicherheit jeder anders. Und da müssen wir nicht mal im Fußball oder beim Sport allgemein bleiben, das zählt für sämtliche Bereiche im Leben.
Ich ziehe mal ein bewusst übertriebenes Beispiel heran:
Wenn ich jemanden in Notwehr töte, werde ich nicht bestraft.
Ich will jetzt nicht sagen, dass der Compper in Notwehr gehandelt hat. Aber es wird doch deutlich, dass ein losgelöster/isolierter Schlag oder Griff ins Gesicht etwas anderes ist als das was gestern abging. Man bricht nicht die Regeln, wenn man Compper hier nicht rot gibt! Nur darum geht es mir.
Du hast natürlich Recht: Es darf nicht jeder die Regeln so umsetzen, wie er es für richtig hält. Es darf (und muss) aber jeder die Regeln so umsetzen, wie es richtig ist (objektive Richtigkeit/Gerechtigkeit/Angemessenheit). Schon klar, dass das manchmal einfacher gesagt als getan ist (ich beneide die Schiedsrichter diesbezüglich auch nicht), aber in die Richtung muss es mMn gehen. Und dazu gehört auch, dass man als Schiri in einzelnen Situationen mal richtig Eier haben muss und sich über vermeintlich klare Regelvorgaben "hinwegsetzen" (ist ja eigentlich kein darüber hinwegsetzen, sondern nur Anwendung der Regel auf den konkreten Sachverhalt).
Meine Meinung zu den beiden Situationen gestern (Hertha und Hoffenheim):
Für jeweils beide Streithammel gelb.
Gut, dann ein Beispiel von mir. Verkehrskontrolle, Polizei hält dich an und lässt dich pusten. Du hast Geburtstag und auf der Anzeige steht 0,8. Da sagt der Polizist auch nicht, bis nach Hause dürfen sie noch fahren, dann aber bitte das Auto für Heute stehen lassen.. Nein, er bewertet den Verstoß der Trunkenheit am Steuer
losgelöst von allem anderen. Spielt keine Rolle ob du irgendwas zu feiern hast.
Was ich sagen will. Man sollte sich (als Profi) soweit im Griff haben, dass man einem anderen nicht mit der Hand ins Gesicht greift, weil der einem vor die Brust gestoßen hat. Und natürlich werden solche Dinge losgelöst von anderen Sachverhalten bewertet. Wer 75 Minuten lang provoziert wird und sich in der 76. Minute gehen lässt indem er dem Gegner eine langt, der geht auch vom Platz. Da ist es egal was der andere gemacht hat und das wird auch nicht in die Entscheidung einbezogen. Jeder wird für das verantwortlich gemacht was er getan hat. Ein Schlag oder Griff ins Gesicht ist eine Tätlichkeit und da bricht man meiner Meinung nach schon die Regel wenn es keinen Platzverweis gibt.
Aber besser wir machen hier einen Punkt und gut, wird sicher jeder weiter seinen Standpunkt vertreten.