Die Saison 2011/2012 der 2. Basketball-Bundesliga beginnt am 24. September. In der ProA spielen dann nach der Hauptrunde erstmals die besten acht der 16 ProA-Mannschaften in Playoffs um zwei Aufstiegsplätze für die Beko Basketball-Bundesliga. In der ProB treten wie schon in dieser Saison 24 Mannschaften in zwei regional geteilten Hauptrundengruppen (Nord/Süd) an.
Das bedeutet ja, dass die ProB in der regulären Saison 8 Spieltag weniger hat. Letzte Saison war das wegen den fehlenden Playoffs in der ProA ja zu verstehen, aber warum bleibt das jetzt so?
Weil es einfach nicht genügend potente bzw. willige Vereine gibt, um beide ProB-Staffeln mit jeweils 16 Mannschaften zu füllen. Von 53 Lizenzanträgen für die aktuell 40 Plätze in der ProA und ProB wurden lediglich sieben ohne Auflagen oder Bedingungen genehmigt. Bei vielen Clubs wird es sich zwar um reine Formalien wie ein abweichendes Geschäftsjahr oder Hallenmietverträge handeln, aber immerhin sieben Antragstellern wurde die Lizenz komplett verweigert. Wenn man dann noch die Vorgänge aus Osnabrück und Freiburg im Hinterkopf hat, kann man erahnen, dass es in Deutschland doch nicht unendlich viele Basketballvereine gibt, die eine Teilnahme an der ProA/B einfach mal so stemmen können oder wollen.
So dürfen eben beispielweise die BSW Sixers mit den Ahnsehl-Brüdern aufsteigen, obwohl sie bloß Zweiter hinter Göttingens Reserve waren, die aber nicht hoch in die ProB wollte. Oder Gotha darf eben trotz sportlichem Abstieg höchstwahrscheinlich in der ProB bleiben und hat bereits den ehemaligen Osnabrücker und Heidelberger Trainer Marko Simic verpflichtet. Wie man so hört, wurde selbst bei Zwickau (Zweiter der Regio Süd-Ost) angefragt, ob die nicht in die ProB aufrücken wöllten. In der Regionalliga West gibt es zahlreiche Vereine, die eigentlich die Mittel, Möglichkeiten und das Spielermaterial haben, um ProB zu spielen, aber lieber jedes Wochenende bloß ein bisschen im Ruhrpott rumtingeln, statt nach Stahnsdorf, Leipzig oder Bernau zu fahren. Darüber hinaus spielten die Reservemannschaften von bspw. ALBA oder Frankfurt in der ProB regelmäßig vor weniger als hundert Zuschauern, was für sie selbst schon eher suboptimal und für gegnerische Teams erst recht kein großer Anreiz ist.
Unter dem Strich ist es also schon schwer genug, überhaupt 24 solide, seriöse Vereine für die ProB zu gewinnen. Da muss man die Liga nicht auf Krampf noch vergrößern, zumal es für den durchschnittlichen ProB-Verein ein viel größeres Kostenrisiko darstellt, wenn die Saison einen Monat und bis zu neun Spiele länger dauert, als es das schon für manchen ProA-Club ist.