Was mir rein sportlich absolut mißfällt, ist die Tentenz, dass Laufwettbewerbe inzwischen häufiger als Massenstartrennen durchgeführt werden, nur dass der Zuschauer mehr Spannung erfährt. Rein sportlich verkommen so viele Läufe zu reinen Sprintentscheidungen auf den letzten Metern.
Die Massenstartrennen find ich wiederum eine gute Sache, weil es immer spannend und übersichtlich ist, wer denn gerade in Führung liegt. Möchte aber trotzdem nicht alles als Massenstartrennen haben, denn der bloße Kampf gegen die Uhr, ohne dass man einfach anderen hinterher rennen kann, hat auch seine Reize, u.a. wer kann sich allein zur Höchstleistung treiben.
Einen Fakt sollte man bei allem menschlichen Mitgefühl auch nicht ganz vergessen: Die olympischen Strecken für Rodel-/Bobsport, Alpin-Ski und Skispringen (also den gefährlichsten Wintersportarten) werden nun mal für die Weltspitze konzipiert, um eine spätere Nutzung für Weltcuprennen oder Kontinentalwettkämpfe zu ermöglichen. Doch ausgerechnet bei Olympia selbst nehmen immer mal wieder auch Sportler teil, denen es an der nötigen Erfahrung und/oder Qualität fehlt. Beim Langlauf oder Curling mag das ziemlich egal sein - beim Rodeln oder Skispringen kann es aber leider auch mal zu ganz tragischen Folgen kommen. Insofern ist es für mich schon fraglich, ob in solchen Disziplinen unbedingt auch Leute teilnehmen müssen, die bislang erst ganz wenige Male aus der Herrenluke einer Weltcup-Bahn bzw. auf 140m-Schanzen gestartet sind.
Da stehe ich genau auf dem anderen Standpunkt; Es wäre sehr schade um die olympischen Spiele, wenn diese nur noch zu einer Sammlung von Weltmeisterschaften verkommen. Es ist gerade das besondere an den olympischen Spielen, dass dort die Sportler möglichst aller Nationen dieser Erde zusammenkommen, um gemeinsam sportliche Wettkämpfe auszutragen.
Der Reiz ist doch gerade, dass eben bspw. Teams aus Jamaika bei den Bobwettbewerben, Afrikaner beim Skispringen oder Deutsche beim Eishockey
mitmachen. Aber dann mögen die Strecken, Bahnen und Schanzen bitte auch so konzipiert werden, dass nicht unnötig erhöhte Verletzungsgefahren vorherrschen. Der Beste wird bei einer weniger anspruchsvollen Bahn trotzdem Olympiagold holen, dazu müssen nicht zehn andere Sportler - vielleicht sogar verletzt - ausscheiden.
Die Mischung aus immer besserem Material bei Sportgeräten und immer waghalsigen Strecken und Bahnen halte ich für ungesund und vollkommen unnötig.
Kann mich dem Mephi da nur anschließen.
Und es ist ja auch nicht so, dass hier nur die Amateure gestürzt sind, hat genug Topleute erwischt: Zöggeler (Rodeln), Subkow (Bob), Paerson (Alpin), um nur je ein Beispiel zu nennen. Das Risiko ist immer dabei, alles richtig, aber muss man es drauf anlegen

Dann nehmen bald nur noch die jeweiligen Topnationen teil und der olympische Geist wird ad absurdum geführt.
Nicht alle Sportstätten erfahren hinterher eine große Nutzung, großteils bzw in erster Linie bleiben es Trainingsorte für den Nachwuchs und die heimischen Athleten. Außerdem, können Weltcups nicht auch stattfinden, wenn es weniger risikoreich zugeht

Also muss es immer das "höher, schneller, weiter" sein

Diese Frage gilt es jetzt zu klären, grade auch weil es diesen tödlichen Unfall gegeben hat und die wichtigste Stimme sollten in meinen Augen nicht die Funktionäre haben, sondern die Athleten, denn sie sitzen nicht bloß im warmen Stübchen und lassen sich bedienen.