Sehr interessantes Thema, welches ich vor wenigen Tagen mit einem Betroffenen, einem Arbeitskollegen, einem Netzwerkprofi und einem Vertreter einer Rechtsschutzversicherung (Achtung: Nicht ein und dieselbe Person!!!!

) rege diskutierte. Schon vor einem Jahr war mein Neffe - der aber wohl auch jeden Scheiß im ganz großen Stil gezogen haben muss - von einer Abmahnung und Unterlassungserklärung verbunden mit einer Strafe von 900 € betroffen.
Die Problematik bei der ganzen Geschichte: Der Betroffene kann selbst nie richtig einschätzen, was die "andere Seite" tatsächlich für Beweise in der Hand hält, wie weit sie letztendlich gehen werden und ob überhaupt eine strafbare (straf- und zivilrechtlich) Handlung vorliegt. Menschen aus dem Umfeld zu befragen, wie man sich verhalten sollte, bringt ein Meinungsspektrum zu Vorschein, welches einen nur zusätzlich verunsichert. Das geht von zahl am besten gleich und gehe nie wieder online in deinem Leben bis hin zu gar nicht drauf reagieren, die gehen nur auf Dummfang. Das einzige was wirklich hilft in der Situation is der Gang zum Experten oder

zum Anwalt! Und da geht das Problem gleich weiter, da die nur in Kinofilmen mit pathetischen Inhalt "pro bono publico" arbeiten. Und die meisten Rechtsschutzversicherungen lehnen eine Deckungszusage in diesen Angelegenheiten ab, da Urheberrechts- und Lizenzverletzungen ausgeschlossen sind.
Mir sind Fälle bekannt, die ohne Konsequenzen geblieben sind, aber auch weiter verfolgt und richtig teuer wurden. In erster Linie ging es in diesen Fällen immer um größere Datenvolumen, die regelmäßig herunter geladen wurden, und das über torrent. Inzwischen leben weltweit sehr viele Anwaltskanzleien allein davon, Down-und Uploadvorgänge im Internet zu filtern und durch Klagen zu verfolgen.
Ich kann dem Mephi also nur beipflichten und die sprunghaft ansteigenden Fälle von Unterlassungsandrohungen bestätigen.
Bleibt noch die Frage offen, was alles "gefährlich" ist, also bei welchen Vorgängen ein hohes Risiko ertappt zu werden, besteht. Unzulässig ist ja streng genommen seit 01.01.2009 so gut wie jeder Download, für den man nix bezahlt und von dem man
ausgehen muss, dass er nicht urheberrechtlich geschützt ist.
Sicher ist, dass
torrent- und eMule-Server als klassische Filesharinginstrumente gelten, neben den illegalen Download gleichzeitig noch den Tatbestand der illegalen Weitergabe erfüllen und zudem sehr leicht Spuren im Internet hinterlassen. Also Gefahrenstufe Dunkelrot.
Seit zwei Wochen weiß ich auch, dass
sopcast, zum Empfang von Live-Veranstaltungen, gleichzeitig auch wieder Daten zum Stream freigeben und uploaden. D.h. m.E. auch hohe Gefahr. Seit dem unterlasse ich das, dachte wirklich immer, dass dort nur Daten heruntergeladen werden. Wie siehts aus bei Bundesliga-Livespielen im Mediaplayer? Oder einfach als Anzeige im Browserfenster.
Und wie schauts aus bei den Filehostern wie
Rapidshare oder
Netload? Einen Upload gibt es da ja meines Wissens nicht. Logischerweise werden auch dort vorrangig urheberechtlich geschützte Dateien "gehandelt". Allerdings scheint dort der Datenschutz der IP-Adressen noch zu bestehen, daher sind mir noch keine Fälle bekannt, dass darüber Personen abgestraft wurden.
Nachdem ich am vergangenen WE von einem sehr aggressiven Wurm/Virus angegriffen worden bin und seitdem mein System verrückt spielt, seltsame Dinge passierten und ich wohl um ein Formatieren des Systems nicht mehr herum komme, werde ich persönlich mein Surfverhalten generell mal hinterfragen und umstellen. Irgendwie gibts im Internet kaum noch Anonymität und Sicherheit...