John Higgins schockt Snookerwelt!!! Ich bin nun schon seit Anfang der 90er Jahre, als man Eurosport bei uns empfangen konnte, riesengroßer Snookerfan. Unzählige Stunden habe ich seither vor dem Fernseher verbracht, um mir die spannenden Schlachten zwischen O'Sullivan, Hendry, Davis und Co anzuschauen. Und immer bin ich davon ausgegangen, dass Snooker noch ein echter Gentleman-Sport ist. Doch der amtierende Weltmeister John Higgins, welcher bei der aktuellen WM im Achtelfinale gegen Steve Davis ausgeschieden war, hat dieses Bild mehr als ins Wanken gebracht. Das Nachrichtenportal "News of the World" stellte Higgins eine Falle und machte ihm, getarnt als ukrainisches Wettsyndikat, das Angebot, insgesamt vier Frames (noch nicht mal ganze Matches) während einer Saison absichtlich zu verlieren. Dafür sollte Higgins 300.000 Euro kassieren. Und der Schotte stimmte dem Deal zu. Dummerweise wurde die gesamte Unterhaltung, welche kurz nach seinem WM-Aus in Kiev stattfand, von versteckten Kameras gefilmt und heute veröffentlichte News of the World besagtes Video. Alles weitere könnt ihr hier nachlesen:
KLICK Ich bin wirklich mehr als geschockt und wer die Strukturen im Snookersport kennt, kann überhaupt erst einschätzen, welchen Bärendienst John Higgins damit der gesamten Snookerwelt erwiesen hat. Wie man nämlich anhand der vielen Werbelogos bei den Turnieren und auf den Westen der Spieler selbst sieht, wird ein Großteil aller Einnahmen durch Sponsoring von Wettanbietern generiert, welche wiederum große Gewinne aus dem Snooker-Wettgeschäft erzielen. Sollten nach diesem Skandal nun die Wetteinnahmen beim Snooker einbrechen, weil einfach Keiner mehr darauf setzt, dann wird auch ganz schnell das Sponsoring versiegen, was eventuell zum schnellen Ende des Sports in seiner jetzigen Form führen könnte. Es ist einfach nur traurig, wenn man darüber nachdenkt, welcher Schaden hier möglicherweise von einem dreifachen Weltmeister angerichtet wurde, der in seiner Karriere bislang mehr als zehn Millionen mit diesem tollen Sport verdient hat. Wirklich ernüchternd, dass es scheinbar nirgends mehr ehrlich zugeht. Am meisten tun mir jetzt allerdings Neil Robertson und Graeme Dott leid, deren WM-Finale von diesem monströsen Skandal überschattet wird. Ich werde mir die Partie zwar trotzdem anschauen und drücke dem Australier die Daumen, aber es ist irgendwie nicht mehr das Gleiche wir früher...